Ein warmherziger Erlebnisbericht über die gelungene Integration eines Schweizers im Brandenburgischen
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Dieter Moor, Schweizer Fernsehmoderator, ist entgegen aller guter Ratschläge mit seiner Frau Sonja, fünf Katzen, vier Esel, einer Stute, zwei Hunden und zahlreichen Laufenten ins Brandenburgische immigriert.
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„Höchste Arbeitslosigkeit Deutschlands. Dumpfe Ossis. Alkoholiker und Neonazis. Die gesunde Bevölkerung flieht. Zurück bleiben die Loser, die Alten die Gescheiterten, die Kaputten. Das vergessene Land. Das Land welches Kohls berühmter Ausspruch von den „Blühenden Landschaften“ zum Dauerlacher werden ließ. Da willst du hin?“
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Die Ankunft des Autors im Dörfchen Amerika gleicht einem Albtraum, einem Kulturschock und einer Desillusionierung. Sein neues „krankehundekackfarbenes“ Haus im Spritzverputz, das er bislang nur auf Fotos gesehen hat, liegt an einer Hauptverkehrsstraße, gegenüber dem Gemeindehaus, in dem gerade ordentlich und laut gefeiert wird. Die Vormieter sind noch nicht ausgezogen. Das Haus grenzt an die Landepiste eines ehemaligen russischen Militärflughafens, der noch für Privatflieger und Hubschraubernachtflüge des Bundesgrenzschutzes genutzt wird. Gelegentlich fallen hier Technojünger ein, die ihre Beats 24 Stunden am Tag ordentlich krachen lassen. Seine geliebten Enten werden bereits am zweiten Tag seines neuen Lebens vom brandenburgischen Fuchs verspeist und ein Nachbar verrät ihm, dass er mit seinen gekauften 25.000 m² Weideland landwirtschaftlich nicht viel anfangen kann, weil es zur Kategorie „Brandenburger Streudose“ zählt. Aber die Moors lassen sich nicht beirren, sind starke Menschen und folgen ihrem Grundsatz: „Nicht jammern wie schlimm alles ist, sondern was machen, damit es nicht mehr schlimm ist“
Was folgt ist ein Meisterstück der Integration. Dieter Moor und seine Frau erobern das Dorf, lernen die Nachbarn und deren Lebensgeschichten kennen, stoßen auf preußische Klarheit und Direktheit, erfahren Geschichten aus der ehemaligen DDR, lernen holprig „Brandenburgisch“, werden zu echten Bauern mit einer eigenen Schafzucht und kommen an.
Dieter Moor, der übrigens auch perfekt „entisch“ spricht, schreibt humorvoll, charmant, warmherzig, sympathisch über seine zwei ersten Jahre in der neuen Heimat und ist dabei nicht selbstgerecht. Er hört den Menschen genau, manchmal sogar ehrfurchtsvoll zu und nimmt sich als Intellektueller völlig zurück. Aus dieser Kombination entsteht ein solch liebevolles Portrait der Brandenburger und ihres wunderschönen Landes, das wohl in der heutigen Zeit seinesgleichen sucht und die beste Werbung für eines der verkanntesten Bundesländer ist.
Als besonderes Schmankerl habe ich die Zwiesprache mit seinem kleinen Schweizer, der sich in für Moor befremdlichen Situationen zu Wort meldet, empfunden.
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„Da ist es wieder, dieses einfach geradezu Direkte. Kein Rummstochern in Befindlichkeiten, keine plump getarnten Hintenherumfragen. Wenn ein Amerikaner wissen will, wie es ist, fragt er. Wie ist es? Fertig. Der kleine Schweizer lugt alarmierend unter seiner Fahne hervor, seinem weißen Pluszeichen auf rotem Grund und zischt: „Jetzt aufpassen, was du sagst. Ja nicht ins Schwärmen kommen, hä, das könnte schmierig wirken. Und auf gar keinen Fall Kritik üben, das könnte überheblich wirken, hä!“
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Ich hoffe, dass der vielseitige Herr Moor, neben seiner Profession als Fernsehmoderator und Bauer, weiterhin auch für sein drittes Standbein als Autor Zeit finden wird und noch viele solcher Geschichten, die ein absolutes Gefühl der Geborgenheit vermitteln und einen hohen Lustfaktor auf dem Land zu leben, schaffen, zu Papier bringen wird. Mein Bild von Brandenburg hat sich mit den gelesenen Erlebnissen aus „Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht – Geschichten aus der arschlochfreien Zone“ ergänzt. Dieter Moor, seine Frau Sonja und die liebenswert schroffen Nachbarn im Dorf Amerika sind ab sofort integraler Bestandteil meiner brandenburgischen Assoziationen. Ein Buch, das das Gefühl hinterlässt, neue Freunde gefunden zu haben. Einfach großartig und absolut empfehlenswert.