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Vor 1 Jahr
(8)Inhalt:
Wir befinden uns, zusammen mit demhöchst enthusiastischen Kriminalhauptkommissar Henning Bröhmann imVogelsberg, zur schönsten Zeit des Jahres: im Fasching. Darauf hatHerr Bröhmann keine Lust, genauso wenig wie auf den Fall, der ihnaus seiner tristen Alltagsroutine zu reißen droht: Ein Toter auf demFaschingsumzug, verkleidet als Tod. Toter geht’s nicht.
Ein Unglück kommt bekanntlich seltenallein: Am selben Tag wird Henning auch noch von seiner Frau Franziskaverlassen. Und so muss sich der Kommissar nicht nur mitErmittlungsarbeiten herumschlagen, sondern auch noch sehen, wie erohne seine Frau mit seinen beiden Kindern, dem Hund Berlusconi unddem Drahtseilakt zwischen Arbeit und Familienleben zurecht kommenkann.
Die Ermittlungen Bröhmanns und seinerKollegen führen bald in die (un-)Tiefen der mittelhessischenFaschingskultur und zu dem bekannten aber wenig sympathischenSchlagersänger Herr Bärt sowie zu jahrelang verschwiegenenSkandalen und Abgründen der Gesellschaft. Ob KriminalhauptkommissarBröhmann mit Kollegen den Fall lösen kann, wie er sich als Vaterschlägt und ob seine Frau doch noch zurück kehren wird, findet manbesten selbst heraus.
Kritik:
Gleich zu Beginn des Buches wird klar:Ein Kriminalroman ist das nicht. Spannend wird es trotzdem. Voll Witzund Charme geleitet uns Herr Faber durch die Welt des wenigmotivierten, dafür aber umso mehr memmenden KriminalhauptkommissarsHenning Bröhmann. Begleitet wird dieser von seiner starkpubertierenden Tochter Melina, deren Hormonschwankungen meist zuwenig erfreulichen Konversationen führen, seinem Sohn Laurin, dessenKindertagesstätte “Schlumpfloch” ein wahres Paradies istfür Öko-Übereltern mit komplex behafteten Kindern ist (also nichtsfür Henning, die Memme, Bröhmann) und seinem dauerpfurzenden HundBerlusconi.
Auf Seiten des Gesetzes findet Bröhmannbei der attraktiven, sehr motivierten, jungen Kollegin Miriam Meislerund dem beifallheischenden, etwas weniger anziehenden, kaumsympathischen, aber dafür wesentlich geruchsintensiveren KollegenTeichner, Unterstützung. Nicht zu vergessen “Onkel Ludwig”,der Kriminaloberrat und der, aufgrund eines familiärenSchicksalsschlags derzeit außer Dienst stehende, Kollege MarkusMeirich. Von Superermittlern, wie man es aus den “klassischenThrillern” gewohnt ist, ist diese Provinztruppe weit entfernt,das mindert aber nicht ihre Einsatzbereitschaft. Jedenfalls fastnicht.
Noch einige weitere, zum Teil äußerstnervenaufreibende Charaktere mit starkem Wiedererkennungswert(protziger möchtegern VIP, nervige Miteltern…) komplettieren dieBesetzung der Geschichte und machen sie zu einem einzigartigenVergnüngen.
Dietrich Faber schreibt und beschreibtherrlich skurril und irgendwie abgedreht aber dennoch so nah an derRealität, dass man unweigerlich in die Geschichte gezogen wird. Manist kein Zuschauer auf einer erhöhten Postion, kein allwissenderLeser, man ist mittendrin.
Fazit:
Tiefgründiger Humor, gewürzt miteiner Prise Kriminalroman und viel frischem Wind. Sympathische bzw.herrlich unsympathische Charaktere, in denen man sich (oder seineFeinde ) jederzeit selbst wiederfinden kann, gespickt mit einernetten Portion Gesellschaftskritik machen dieses Buch zur einergroßartigen Unterhaltung. In jedem Fall eine klare Leseempfehlung analle Buchliebhaber, die gerne kurzweilig unterhalten werden. Und fürdie Lesefaulen gibt es das – ebenso empfehlenswerte – Hörbuch
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