Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Philip Roth hat mit der Figur der Consuela eine der schönsten Frauenfiguren der neueren amerikanischen Literatur geschaffen, sagt Marcel Reich-Ranicki. Dem kann ich nur beipflichten, denn das Mädchen aus der kubanischen Einwandererfamilie in New Yorks Schickeria ist wirklich hervorragend dargestellt.
Doch, auch, wenn sich die Geschichte um Consuela dreht, so handelt sie hauptsächlich von David, dem alternden Ich-Erzähler. Er ist Professor für Literatur und tritt regelmäßig in Fernsehen und Radio auf, wo er seine Kritik an neuen Büchern auf die Interessierten loslässt. Vor allem aber ist David ein frauenabhängiger Mann. Und es sind ganz spezielle Frauen, die es ihm angetan haben. Denn immer wieder sucht er sich junge Studentinnen, die er dann verführt. Dabei geht es ihm aber ausschließlich um Sex. Bis ihm Consuela begegnet.
Sie ist 24 und er 62. Er könnte ihr Großvater sein und doch lässt sich das Mädchen auf eine Affäre mit dem alten Mann ein. Philip Roths Hauptthema. David merkt schon bald, dass er von ihr abhängig ist, dass er ohn Consuela nicht mehr leben kann, seine Gedanken sich immer um sie drehen.
Roth zeigt eine Liebe zwischen Alt und Jung auf, die ganz ohne Vorurteile hingenommen werden kann. Er zeigt die menschlichen Seiten von Consuela und David auf, sodass es so scheint, wie es ist: eine ganz normale Liebe zwischen zwei Menschen. Die Kehrseite des Ganzen sind die vielen, übertriebenen Ausschweifungen über den Sex. Der Ich-Erzähler will ein weiser, intelektueller Mann sein und führt sich in seinen Anschauungen auf wie ein unreifer Teenager, was den Genuss des Lesens trübt. Wem das allerdings nichts ausmacht, der findet in "Das sterbende Tier" eine hochrangige Literatur, zeitlos in ihrm Inhalt und hervorragend geschrieben.
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