Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Das Lesen dieses Buches macht auch ohne Kenntnisse in Architektur Spass, man muss sich nicht einmal dafür interessieren. In dieser Biographie des Architektur-Genies Frank Lloyd Wright dreht es sich vor allem um sein Privatleben, um seine vier Geliebten bzw. Ehefrauen. Die Baukunst spielt in diesem Roman nur eine kleine Nebenrolle am Rande.
Boyle lässt die Geschichte von Tadashi Sato erzählen, ein (fiktiven) ehemaliger Schüler und Bewunderer Wrights, was ihn aber nicht davon abhält seinen Mentor auch mal kritisch zu durchleuchten. Das Buch ist in drei Teile gegliedert, und die Erzählung verläuft chronologisch rückwärts.
Der erste Teil des Buches handelt von Wrights dritter Ehefrau, Olgivanna Lazovich Milanoff, dreissig Jahre Altersunterschied trennten die beiden. Sie blieb bis zu seinem Tode an seiner Seite. Schon bald nach dem Kennenlernen zieht sie zusammen mit ihrer Tochter aus erster Ehe zu ihm nach Taliesin, Wrights Anwesen. Da Wright noch mit seiner zweiten Ehefrau verheiratet war, konnten sie nicht heiraten, und dass sie trotzdem zusammen wohnten, war zu jener Zeit ein grosser Skandal.
Der zweite Teil erzählt von Wrights zweiter Ehefrau, Maude Miriam Noel, eine egozentrische Morphinistin die in Franks Leben für einige Aufregung sorgte. Miriam war eine so durchgeknallte verrückte Frau, dass mir das Lesen dieser Seiten teuflischen Spass gemacht hatte. Ich konnte mich so herrlich nerven ab dieser Furie.
Der dritte Teil dann beschreibt die Liaison mit seiner Geliebten Mamah Borthwick Cheney, die grosse Liebe seines Lebens. Für sie hatte er seine erste Ehefrau Catherine Tobin und seine sechs Kinder im Stich gelassen. Für sie hatte er sein Anwesen Taliesin geplant und gebaut. Da Catherine, stinksauer, nicht bereit war in eine Scheidung einzuwilligen, lebten sie gezwungenermassen unverheiratet zusammen. Die Bevölkerung Amerikas war schockiert, die Nachbarschaft mieden das Paar, die Journalisten verfolgten die zwei aggressiv und aufdringlich und der Architekt Wright bekam kaum mehr Aufträge. Frank konnte seine grosse Liebe nie zur Ehefrau machen, denn diese Romanze endete tragisch.
Mir hat dieses Buch richtig Spass gemacht. Hin und hergerissen zwischen Verständnis, Kopfschütteln, Sympathie und Antipathie, habe ich mich sehr gut unterhalten, und die Lektüre hat mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Ein toller Boyle!
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