Hoffe nimmer uns zu täuschen durch ein schnödes Gaukelspiel. (Don Giovanni)
Da mir die letzten Donna Leon Bücher überhaupt nicht gefallen haben, war ich doch etwas skeptisch was Auf Treu und Glauben betrifft. Nachdem mir ein Buchhändlerin (ich werde nie auf Tipps hören) erzählte, dass dieses Buch deutlich besser wäre, musste ich das Buch lesen. Und das was ich zu lesen bekam war sehr enttäuschend.
Um was geht es in diesem Buch? In Venedig herrscht Hochsommer und Brunetti möchte nur noch seinen verdienten Sommerurlaub antreten und mit seiner Familie in die Berge fahren, wo es kalt ist und er nicht mehr schwitzen muss. Doch vorher bekommt er zwei inoffizielle Fälle auf den Tisch.
Vianello, Brunettis Kollege, ist besorgt, da seine Tante viel Geld von ihrem Konto abhebt und die Familien nicht weiß. wozu eine alte Frau so viel Geld benötigt. Vianellos Tante, sehr nüchtern, schaut sich neuerdings Horoskopsendungen im Fernsehen an. Brunetti soll heraus finden, was die alte Dame mit dem Geld macht.
Der andere Fall ist etwas kniffliger. Ein Bekannter, arbeitet auf dem Gericht, lässt Brunetti Gerichtsakten zukommen. In den Fällen geht es darum, dass Prozesse unnötig auf die lange Bank geschoben werden. Brunetti ermittelt auf eigener Faust, wie Signore Fontana, das spätere Mordopfer, in die Sache verwickelt ist.
Auf dem Weg in den Urlaub bekommt Brunetti einen Anruf aus der Questura. Es gibt einen Toten und Brunetti muss sich auf den Rückweg machen und in der Mordsache ermitteln.
Chapeau! Ich ziehe meinen Hut vor Donna Leon! Sie schafft es 315 Seiten mit Null Inhalt zu füllen und dabei auch immer schlechter zu werden. Die letzten Bücher habe ich nach knapp 100 Seiten abgebrochen. Auch hier war ich drauf und dran das Buch wieder zur Seite zu legen, da ich aber kein Ersatz Buch dabei hatte ging das natürlich nicht.
Die Thematik um Bruntti ist einfach zu ausgelutscht und es kommt einfach nichts Neues mehr. Brunetti ist immer noch der gleiche, alterslose Gutmensch wie in den ersten Bänden (und das finde ich sehr schade). Im Gegensatz zu anderen Protagonisten entwickelt sich Brunetti nicht weiter. Er isst und liest immer das Gleiche.
Mein Lieblingscharakter war bisher immer S. Elettra, die ich immer um ihre Hackerqualitäten (nicht das ich mich irgendwo einhacken will) beneidet. Auch sie bleibt in diesem Buch einfach zu farblos.
Wenn ein Buch nur knapp 315 Seiten hat (und vom Format recht klein ist), erwarte ich, dass der Mord recht zügig geschieht und nicht erst in der Mitte des Buches (ich finde es langweilig, wenn ich immer das Gleiche zu Lesen bekomme: Essen, Literatur...). Ich habe mir sagen lassen, dass die deutsche Übersetzung sprachlich besser sein soll als das englische Original.
Fazit:
Selten war ich so froh als ich die letzte Seite eines Buches gelesen hatte und ich es,in diesem Fall mehr als unbefriedigt, wieder in die Bücherei zurück bringen konnte.Dieses Buch eignet sich wirklich nur für Hardcore Fans von Donna Leon. Leser die bisher noch nie ein Buch von Donna Leon gelesen haben, sollten sich lieber ein anderes Buch nehmen, da der Langeweile und Frust Faktor doch zu hoch wäre. An diesem Buch merkt man deutlich, dass die Autorin, die jedes Jahr ein neues Buch heraus bringt, deutlich unter Stress steht anders kann ich mir den Qualitätsverschlechterung nicht erklären. Des Weiteren wäre ich dafür, dass Brunetti in Würde stirbt und die Autorin sich anderen Themen zu wendet