Leser-Rezension zu „Der Tag, an dem Marilyn starb” von Donna Milner
am 5.07.2010
Ethies Mutter Lucy stirbt am selben Tag wie Marilyn Monroe. Ihr Tod ist ähnlich mysteriös wie der, des Filmstars. War es ein Unfall oder doch Selbstmord? Und was war das Geheimnis, dass sie an jenem Tag über ihren Ehemann, Ethies Vater erfuhr. Und wer ist das geheimnisvolle chinesische Mädchen, das ständig vor der Tür steht.
Donna Milerns Roman Der Tag, an dem Marilyn starb erzählt die Geschichte der Familie Coulter in zwei Erzählsträngen. Der erste beschreibt aus Sicht der 11-jährigen Ethie ihr Leben nach dem Tod ihrer Mutter. Ihr Vater, der schon vorher depressiv war, zieht sich immer weiter in sich und seine Alkolsucht zurück und überlässt seine Kinder Frankie, Ethie und Kipper mehr und mehr sich selber.
Im zweiten Erzählstrang werden seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg, als Soldat der kanadischen Armee in Singapur beschrieben. Howard gehörte zu den ersten Soldaten die von den Japanern festgenommen wurden und überlebte vier Jahre in Kriegsgefangenschaft unter schrecklichsten Bedingungen.
Die erste Hälfte des Romans verläuft ruhig. Die Geschichte ist gut erzählt, die Charaktere schlüssig und einfühlsam beschrieben. Allerdings hatte ich das Gefühl, dieses Buch schon einmal gelesen zu haben. Es ändelt so vielen Familiengeschichten, die gerade in der englischsprachigen Literatur in den letzten Jahren geschrieben wurden. Ein gutes, aber kein besonders Buch, dachte ich mir.
In der zweiten Häfte nimmt der Roman allerdings an Rasanz zu. Das liegt vor allem an den wirklich brutalen Schilderungen aus dem Zweiten Weltkrieg. Ob es das Buch besser macht, ist wahrscheinlich Geschmacksache. Ich fand diese Passagen trotz ihrer Grausamkeit irgendwie naiv, vorallem wegen der doch sehr einseitig-patriotischen Darstellungen von Kanadiern und Japanern.
Auch das Ende des Romans hat mir nicht gefallen. Es kam dann doch sehr schnell und einfach. Schade das die guten Ansätze so wenig genutzt wurden.

