Mir schwirrt der Kopf!
Inhalt:
Ganz unverhofft wird Christine von ihrer Freundin Marlene, die sich gerade in Dubai befindet, angerufen. Sie bittet Christine sich um ihre Pension auf Norderney zukümmern, da sie noch ein paar Tage mit ihrem Freund in Dubai festsitzen wird. Sie soll aber ja bloß niemanden etwas erzählen und als gute Freundin sagt Christine ihr zu. Wie schwer kann es den sein eine Pension zu führen. Kurzerhand nimmt sie ihre Schwester Ines mit, die sie unterstützen soll.
Auf der Insel angekommen verstricken sich die beiden immer mehr in Ausreden. Einzig die Sommeraushilfe Gesa weihen sie ein. Was zunächst noch nach einem einfachen Job aussieht, gerät mit der Zeit immer mehr zum Dilemma! Die beiden können nicht kochen und engagieren einen Koch der noch in der Lehrlingsausbildung steckt. Dieser kann auch nicht wirklich alleine kochen und so ruft es Christines Mutter und deren Freundin auf den Plan die Gäste zu versorgen. Und weil Christines Vater sich auch ein Bild über die Zustände machen muss, trifft er nach kurzer Zeit auch auf Norderney ein.
Mit jeder Aussage verstricken sich Christine und Ines immer weiter in ihr Lügenkonstrukt. Nach und nach beginnt bei Christine schon ein Anflug von Paranoia. Oder ist es normal, dass ein örtlicher Journalist sich so für Christine interessiert, ein Krimiautor zufällig hier ist, ein Pressefotograf als Gast eingebucht hat und sowieso und überhaupt alles drüber und drunter geht.
Meine Meinung:
Na ja, na ja, na ja. Die Geschichte, um ehrlich zu sein, hat mich nicht gefesselt. Als leichte Urlaubslektüre ist sie ja vollkommen okay, aber irgendwie schaffte es die Geschichte nicht mich in den Bann zu ziehen.
Außerdem konnte ich keinen Humor erkennen, zumindest keinen der meine Lachnerven gekitzelt hätte.
Für mich wirkte die Geschichte einfach zu aufgesetzt. Immer wieder wurden neue Personen involviert um noch mehr Lügen über den Verbleib von Christines Freundin zu erfinden. Bis zu einem gewissen Punkt war alles annehmbar, dann wirkte es nur mehr noch konstruiert.
Christine ist eine arbeitslose Journalistin, in der Pension trifft sie auf ihre Jugendliebe, ebenfalls Journalist. Der Freund von Marlene ist Besitzer mehrerer Zeitungsverlage, sein Bruder Daniel taucht auf, dem die Verlage auch gehören. Dieser ist wiederum der Chef von Christines Jugendliebe. Dann haben wir noch den Pressefotograf und den Kriminalautor als Gast sowie den Inseljournalisten Gisbert.
Ihr seht es wirkt schon ein bisschen konstruiert und ich denke einige Handlungsstränge hätte man ruhig weglassen können. Ich war zwar nicht verwirrt, da die Personen gut in das Geschehen eingeführt wurden, aber es war einfach zuviel des Guten.
Ich fand es auch nervig, als Christines und Ines Vater auftaucht. Durch die leicht bevormundende Art wurde mir dieser Herr nicht sympathischer. Eltern werden zwar immer für ihre Kinder da sein, aber die beiden sind 47 und 40 Jahre alt und man hatte das Gefühl, als wären sie für ihren Vater noch mitten in der Pubertät. Alles schön und gut, aber die beiden haben sich auch irgendwie so verhalten, besonders Christine. Irgendwie kam ich mit der Situation nicht klar. Jeder agiert wie ein Wirbelwind, ohne Interesse daran, ob es jemanden stören könnte.
Sauer stieß mir auch das Heckenschneiden auf. Man muss sich vorstellen die Pension gehört Marlene, sie hat jahrelang eine Hecke als Sichtschutz gezüchtet. Christines Papa und dessen Freund beschließen kurzerhand diese immens zu kürzen. Niemand hat gefragt, ob sie dies tun sollen. Eigenmächtig wird hier entschieden und das Eigentum von anderen zerstört. Ich fand das ganze einfach nur ignorant und konnte dem auch keine Situationskomik abgewinnen. Zum Glück kommt der Vater aber nicht allzu oft in der Geschichte vor, sonst hätte ich wohl die Krise bekommen.
Für mich ist das Buch nicht gerade ein Knüller. Zu viele Bausstellen tun sich hier auf und immer weiter rutschen die Schwestern in ihr Lügengebilde ab. Ich finde die Geschichte weder rasant, noch komisch, noch spannend und glaube wohl eher nicht, dass ich mir noch ein anderes Buch über die Familie Schmidt besorgen möchte. Es ist eine leichte Urlaubslektüre, die keinem wehtut aber auch keinen zu Begeisterungsstürmen verleitet. Weder schlecht, noch gut!