''':::…Frau mit rotem Hut verändert den ganzen Urlaub…:::'''
Die 46-jährige Christine lebt zur Zeit in Hamburg und freut sich schon auf einen 14-tägigen Urlaub mit ihrem Freund Johann, den sie aufgrund seines Jobs in Bremen nur immer am Wochenende sieht. Christine will mit ihm auf die Insel Sylt fahren, um Johann ihren Eltern vorzustellen, aber auch um Urlaub zu machen und ihre weitere Zukunft zu besprechen, denn eine Wochenendbeziehung ist nicht so wirklich befriedigend.
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Da steht Christine nun auf dem Westerländer Bahnhof und erwartet sehnsüchtig ihren Freund Johann, sie lässt den Blick den Bahnsteig entlang schweifen, und entdeckt erhobenen Hauptes auf einem Kofferkuli sitzend eine ältere Dame mit einem roten Hütchen, so im ersten Moment beschleicht Christine der Gedanke, dass es sich hierbei um die jüngere Schwester ihres Vaters Hein – Tante Inge – sein könnte. Aber Tante Inge würde niemals einen roten Hut tragen…… der Zug läuft ein, und da schließt Christine auch schon Johann in die Arme. Doch ihre Freude währt nicht all zu lange, denn da tippt ihnen jemand auf die Schulter: die ältliche Dame mit dem roten Hütchen ist …. Tante Inge. Christine springt nicht gerade vor Begeisterung in die Luft und fragt Tante Inge, was sie denn hier wolle.
Die lapidare Antwort ist verwirrend: Ich muss mich verändern. Seid ihr nicht etwas zu alt, um hier öffentlich zu knutschen?
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Christine starrt ihre Tante an, während Johann die Contenance wahrt und sich als Kavalier gibt. So langsam findet Christine ihre Worte wieder und stellt Fragen an ihre Tante.
Doch die gibt nur ausweichende Antworten und verlangt, von Christine und Johann zur Pension gefahren zu werden. Gesagt getan, Christine erinnert sich derweil an Tante Inges 65. Geburtstags zurück, wo noch alles ganz toll erschien, außer der Tatsache, dass ihre Tante da gemeint haben solle, dass sie ihren Mann Walter bald auf der Couch erschlägt, wenn er sich nicht bald ein vernünftiges Hobby zulege, außer Fußball auf Sky zu schauen, sowie immer darauf bedacht zu sein nach Schnäppchen zu jagen.
Diese Gedanken kreisen bei Christine im Kopf herum, vor dem inneren Auge sieht sie einen blutüberströmten Walter auf der heimischen Couch liegen ….
Tante Inge treibt das Urlaubspärchen zu Höchstleistungen an, denn sie muss dringend auf die Toilette, was Johann damit kommentiert, sie könne ja hier…. Was ihm aber einen strafenden Blick seitens Tante Inge einbringt: Ich gehe nicht auf fremde Toiletten, man weiß ja nie…Können wie nun?
Die Fahrt zur Pension vergeht dank Smalltalk im Nu…
Christine kann das alles gar nicht so recht glauben, sie denkt an die Kennlernphase mit Johann zurück, welchen sie damals auf Norderney kennen gelernt hat. Fälschlicherweise wurde Johann damals für einen Heiratsschwindler gejhalten, welchen ihr Vater Heinz und sein Kumpel Kalli auf der Insel verfolgt und beschattet haben. Allerdings nicht so unauffällig wie sie dachten. Naja, wenn Männer mit Frauen Sonnenbrillen versuchen auffällig unauffällig zu sein…
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Alles Gedanken die Christine weiterhin durch den Kopf gehen, aber sie versucht diese Gedanken auch ganz schnell wieder los zu werden, denn dieser 14-tägige gemeinsame Urlaub soll dazu dienen, Johann den Eltern vorzustellen und auch gemeinsam zu entspannen.
Kurze Zeit später sitzen Christine und Johann in einem Café und trinken eine Kleinigkeit…Johann bringt es zur Sprache: Ich bin irgendwie ganz nervös, nur weil ich für zwei Wochen mit zu deinen Eltern fahre Christine versucht dieses auszubügeln, denn ihr Vater Heinz sei doch gar nicht so schlimm, er sei doch ganz friedlich…. Sie plappert sich selber ruhig, dennoch beschleichen sie wieder die Gedanken und Bilder an Walter, der vielleicht blutüberströmt auf der heimischen Couch liegen könnte…. Denn Tante Inge macht nie ohne ihren Walter Urlaub, denkt Christine.
Christine weiß ja nicht, dass Tante Inge während einer Kur die resolute rothaarige Renate von Graf kennen gelernt hat, und ihr unbewusst das Leid geklagt hat. Woraufhin Renate meinte, dass sie – Tante Inge – dringend ihr Leben in die Hand nehmen muss …gesagt getan… denn auch die Erbschaft eines alten Häuschens ihrer Lehrerin kommt ihr gerade Recht, aber das will sie noch ein wenig geheim halten, selbst dann, als Renate auf der Insel einen rauschenden Auftritt hat, und sogar dem Heinz den Kopf verdreht …. Alles Familienmitglieder sind ein wenig ratlos, was denn Tante Inge hier macht …das Schicksal nimmt seinen Lauf, denn Vater Heinz spürt schon wieder, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht…später taucht dann erst noch Kalli und dann auch noch Walter auf…… Tante Inge, Renate, Walter, Heinz und Kalli….. dazwischen Christine und Johann, sowie Heinz Frau Charlotte…. Ob das gut geht??
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''':::…Meinung / Kritik…:::'''
Hatte ich ja kürzlich die Werke "Urlaub mit Papa" sowie "Kein Wort zu Papa" gelesen oder vielmehr verschlungen, war allerdings nicht vollkommen begeistert, es gab so Kleinigkeiten die mich störten, aber dennoch wollte ich der Autorin gerne noch eine Chance geben, so kam es mir recht, dass die Bücherhalle auch dieses Werk gerade als eBook verfügbar hatte. Egal wo ich unterwegs war, ich hatte meinen Reader dabei und las Stück für Stück. Manchmal wurde ich dann aber schon schief angeschaut, wenn ich beim Lesen aufgluckste, weil ich mich so herrlich amüsierte. Doch der Reihe nach……
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Die '''Handlung''' spielt mal wieder auf den Inseln der Nordsee, genauer gesagt auf der Insel Sylt, die ich persönlich nur noch als Schicki-Micki-Insel in Erinnerung habe. Viel Prominenz und auch viel teuer… weil eben Sylt. Und genau dieses macht sich die Autorin mit ihren schon bekannten Helden zu Nutze.
So kreiert Sie eine Szenerie, die amüsanter nicht sein kann – allerdings muss ich in diesem Atemzug anmerken, dass '''man den Vorgänger-Roman gelesen haben sollte''' , denn es sind doch die einen oder anderen Rückblicke auf "Urlaub mit Papa", die hier zwar auch schemenhaft angerissen werden, aber wer den Zusammenhang nicht kennt, wird hier leichte Probleme bekommen.
Ansonsten '''kommt die Handlung eher bescheiden daher''' , ein einfaches Thema, Inge will sich um die Erbschaft kümmern, aber dieses nicht bekannt geben und verstrickt sich daher leicht in Aussagen, die anderen wiederum komisch vorkommen. Und dazu animieren, der Sache auf den Grund zu gehen, vor allem Heinz sein Interesse ist geweckt …
schmunzel…. Heinz eben
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Die Handlung alleine hat hier aber keine Überlebenschance, dazu braucht es '''Figuren bzw. Charaktere'''. Zwar kenne ich die eine oder andere Figur schon aus dem Vorgängerroman, und habe somit schon das eine oder andere Wissen zu deren Verhalten – anfangs war ich sogar der Meinung, das bisher erlebte kann diese Figuren doch nicht noch toppen, aber ich musste mich in der Tat eines Besseren belehren lassen.
Wieder einmal hat es die Autorin geschafft, die hier '''agierenden Charaktere sehr lebendig und authentisch erscheinen zu lassen''' , so dass man sich als Leser ohne Probleme '''in Selbige hinein versetzen kann''' . Logischerweise macht die Autorin hier auch nicht vor der Klischee-Bedienung Halt, aber das ist vielleicht genau das, was die Charaktere hier so sympathisch macht. '''So manches Mal ertappte ich mich''' bei gewissen Szenen dabei, dass ich '''mit den Augen rollte''' und dachte, Schlimmer kann es doch nicht mehr kommen, oder? Wobei ich das "Schlimm" im positiven Sinne meine. Doch es kann…. Und genau das sind dann die Szenarien, wo ich meist kaum noch an mich halten konnte und mir ''''ein Grinsen ins Geicht zaubern ließ, begleitet von einem Glucksen''' …logischerweise brachte mir das den einen oder anderen schiefen Blick von Fremden ein, aber egal.
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Betrachte ich Handlung und Protagonisten in einem, dann bin ich begeistert, was die Autorin mit '''einfachen Themen an Unterhaltungswert''' bei ihren Lesern anbringt. Neben der gelungenen Charakterzeichnung breitet die Autorin hier auch das mittlerweile abgedriftete Gebaren der Insulaner aus, denn es gilt hier: Man muss gesehen werden, damit man in Erinnerung bleibt. Ein lila Kleid ist nicht einfach lila, sondern "mauve" und kostet dann auch mal eben ein grünes Euroscheinchen mehr.
'''Typische Klischee-Bedienung oder das wahre Leben?''' Ich meine das wahre Leben, denn die Preispolitik ist auf der Insel doch ……ach lassen wir das, das tut hier nichts zur Sache. Um es mit einfachen Worten zu sagen, die Autorin zieht auch die Insulaner ein wenig durch den Kakao, auf liebenswerte und sympathische Art und Weise, so dass ich manchmal nur noch zustimmend nicken konnte.
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An dieser Stelle bleibt mir schon nichts anderes mehr übrig, als zu sagen, bis hierher ist alles ganz prima, ich habe mich '''sehr gut unterhalten gefühlt''', ja '''stellenweise musste ich wahrlich lachen''' und das soll etwas heißen, denn eigentlich bin ich kein Freund dieser typischen Frauen-Romane, was '''Tante Inge haut ab''' nun mal ist, aber '''immerhin wird dieses Klischee''' – Frauen-Roman – '''nicht sooo deutlich herausgespielt''' , eher kommt einem der Gedanke, dass man das auch selber im Urlaub so erleben könnte. Wenn man denn so eine Familie hat, wo alle hinter beinah jeder Aussage ein Geheimnis wittern, dass schnellstens gelüftet werden muss.
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Bleibt mir nur noch übrig, auf den '''Schreibstil''' der Autorin einzugehen, dieser ist '''mal wieder äußerst gelungen: locker und fluffig, ohne aufdringlich oder gar oberflächlich zu wirken''' . Klar findet man hier einige Beschreibungen der Schauplätze, das hat aber den Vorteil, dass man sich – sofern man selber schon auf der Insel war – sich gleich wieder heimisch fühlt, ja man sogar die würzige Nordseeluft zu verspüren vermag oder wer noch nicht dar war, bekommt einen puren Eindruck, der aber meiner Meinung nach nicht verfälscht wurde. Na, da merkt man doch, dass die Autorin dort heimisch ist. Dank der wirklich '''lebensnahen Schreibe'''- egal ob nun bei der Charakterzeichnung oder der Ortsbeschreibungen - kann man sich so manchen Handlungsschauplatz vor dem inneren Auge wirklich gut vorstellen, und gewinnt dadurch noch ein '''zusätzliches Quäntchen an Spannung''' , was den Leser das Buch nur ungern aus der Hand legen lässt. Und was hier nicht so sehr ins Gewicht fällt und mir sehr zusagt, die '''Ich-Form''' kommt hier kaum zum tragen, denn es kommt einem beim Lesen so vor, als ob man selber ein Teil der Story ist.
So rein von der Handlung her ist schon '''eine gute Portion Spannung vorhanden''' , aber eben diese geniale lockere und zugleich präzise Schreibe lassen die '''Spannung stetig ansteigen'''. Einfach Herrlich! Wie ein kleiner Urlaub für die Sinne.
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''':::…Schade, schon vorbei – das Fazit…:::'''
Huch, 340 Seiten sind schon ausgelesen? Ups….
Wie ich eingangs schon schrieb, habe ich nun fast die ganze Reihe ausgelesen, und hatte bei den anderen Werken immer ein paar kleinere Kritteleien aufzuzeigen, hier ist es genau das Gegenteil, dieses Werk ist einfach in allen Punkten '''mehr als unterhaltsam und sorgt für ein amüsantes und flottes Lesevergnügen''' , da hätte ich noch gerne weiter lesen mögen, von den Katastrophen und Erlebnissen der Familie um Christine.
Eingangs auch schon erwähnt, man sollte den Vorgänger-Roman gelesen haben, wobei das vielleicht auch nicht unbedingt ein Muss ist, aber es erleichtert dann doch das Verständnis, und die Pointen kommen noch besser beim Leser an.
An dieser Stelle kann ich nicht anders, und spreche '''nebst 5 * eine absolute Leseempfehlung für vergnüglich-amüsante Stunden im Strandkorb aus.'''