Leser-Rezension zu „Harold” von Einzlkind

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Paralauscher Paralauscher
Verfasst von Paralauscher
am 31.12.2011
 

Wenn man ein Buch liest, sollte man sich am Ende doch eigentlich gut oder zumindest berührt finden, oder nicht?
Ich hab mich, nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, irgendwie schlecht gefühlt. Und etwas dumm. Melvin ist so eine Intelligenzbestie, Harold eher ein Stück trockene Stulle.
Melvin hat so oft Wörter benutzt, die ich nicht kannte, ich kam mit dem nachschlagen gar nicht hinterher.
Ich habe eigentlich immer gedacht, dass ich ein relativ gutes Allgemeinwissen habe, aber dieses Buch hat irgendwie dazu geführt, dass ich mich selbst ein bisschen blöd finde….
Ich bin schon einigen intelligenten Kindern begegnet und ich kenne auch sehr sprachbegabte Leute, aber Melvin war definitiv zu klug, zu gebildet und zu allwissend.
Es gab keine Frage die er nicht beantworten konnte, er wusste alles!
Egal welches Themengebiet.
Das fand ich wirklich sehr unrealistisch. Beim Kennenlernen der Charaktere und dem Einstieg in die Geschichte kam mir Harold irgendwie bekannt vor, ich wusste nur nicht woher. Und auch viele andere Teile des Buches kamen mir irgendwie bekannt vor.
Nach ein bisschen grübeln ist es mir dann wieder eingefallen. Kennt ihr den Filmklassiker "Harold und Maude"?, in der Harold gerne mal seinen Selbstmord inszeniert um heiratswillige Frauen zu vergraulen???
DAHER kenne ich Harold! Aber gut.

Die Personen im allgemeinen waren mir auch zu überzeichnet - zu weit vom Leben entfernt um wirklich realistisch zu wirken. Es geht nicht nur um Harold und Melvin, sondern auch um alle anderen Figuren in diesem Buch. Jede Figur ist so krass gestaltet, dass man nur den Kopf schütteln kann.

Melvin ist - wie der Klappentext verrät - auf der Suche nach seinem Vater. Und Harold soll(te) helfen. Harold hat darauf eigentlich absolut keine Lust, er geht lieber sterben.
Und sein "Tod spielen" ist das einzig witzige an dem Buch:

"Melvin versteht nicht genau, was Harold da macht. Es sieht so aus, als wolle er aus dem Fenster springen. Harold atmet die kalte Herbstluft ein, als würde er ein letztes Mal ihren herben Duft empfangen, von Ferne läutet eine Kirchenglocke, Blätter rauschen ihrem Ende entgegen und der Mond scheint, als sei er ein wenig beleidigt. Noch einmal innehalten. Hören. Sehen. Riechen. Das ganze Leben spult sich innerhalb einer Sekunde ab, mit Längen im Zwischenteil, ein Schritt nur, ein letztes Geleit und es ist vollbracht.
er springt.
Melvin macht das Licht aus, dreht sich um und schläft über der Frage ein ob Harold den Sturz aus dem Erdgeschoss überlebt hat." S. 133

Ich gebs zu - ich find das witzig. Aber ist euch was aufgefallen? Vielleicht etwas, das mit "Kommas" zu tun hat?
Das Buch ist konsequent durchzogen von Schachtelsätzen.....
Auch die Sprache des Autors ist eher gewöhnungsbedürftig. Entweder man mags oder man mags nicht.

Meine Bewertung: 1/5 Punkte

 

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Harold Harold
Einzlkind

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Harold
von Einzlkind

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