Rezension verfasst vor 10 Monaten
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Zum INHALT:
»Elfride Jelineks Prinzessinnen und Vorzeigedramen moderner Zeit begegnen uns als Wiedergängerinnen, die kein Prinz erlösen kann. Die Shakespeareschen Königsdramen haben in den Prinzessinnendramen ihr parodistisches Pendant gefunden.« (Klapptext)
Das Buch enthält sechs Geschichten:
- Der Tod und das Mädchen I (Schneewittchen)
- Der Tod und das Mädchen II (Dornröschen)
- Der Tod und das Mädchen III (Rosamunde)
- Der Tod und das Mädchen IV (Jackie)
- Der Tod und das Mädchen V (Die Wand)
- Die Prinzessin in der Unterwelt (Statt eines Nachworts)
Wie die Titel es schon direkt ansprechen, geht es in jeder Geschichte um eine weibliche Hauptprotagonistin und immer spielt der Tod eine Rolle. Der Aufbau der Geschichten erinnert an Theaterstücke, denn sie sind unterteilt in (eher kurze) Regieanweisungen und bestehen sonst nur aus Dia- bzw. Monologen.
Aus »Der Tod und das Mädchen I (Schneewittchen)«:
»Schneewittchen: Jetzt gehe ich durch die Krümmungen und Biegungen des Waldes schon seit Ewigkeiten, und was finde ich nicht? Zwerge!«
Meine MEINUNG:
Die ersten beiden Geschichten geben einen etwas anderen Blick auf die bekannten Märchen um Schneewittchen und Dornröschen wieder. Obwohl ich in meiner Kindheit sehr gern Märchen erst vorgelesen bekam und dann später selbst las und ich mich auch heute noch hin und wieder mit den verschiedensten Märchen und Sagen befasse, auch in adaptierten Fassungen, bin ich nie über eine derartige Deutung gestolpert. Diese beiden Geschichten haben mir einen ganz neuen Blickwinkel auf diese Märchen gegeben.
In der vierten Geschichte, geht es um Jackie (Kennedy), die hier ebenso wie Dornröschen und Schneewittchen in einem ganz neuen Licht dargestellt wird, wie ich sie nie zuvor gesehen habe.
Zwar sind die Geschichten mit ihren Regieanweisungen zur Inszenierung und den Dia- bzw. Monologen für die Theaterbühne geschrieben, aber auch so zum Lesen sind sie sehr ansprechend, wenn man sich erst mal auf dieses Format eingestellt hat. Wortschöpfungen und -spiele, Hinterfragungen des Grundthemas (Märchen wie bei Schneewittchen und Dornröschen, real existierende Personen wie Jackie Kennedy) und gleichzeitig dem realen Leben sorgen für eine anspruchsvolle, aber dennoch unterhaltsame Lektüre.
Meine anfängliche Skepsis gegenüber der »Theaterform« hat sich schnell verflüchtigt, nachdem ich mich darauf eingestellt hatte und mich die Geschichten regelrecht gefangen haben.
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