Rezension verfasst vor 3 Monaten
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Das wohl ehrlichste Buch, was ich bis jetzt gelesen habe!! Da ich selbst chronisch krank bin (ich habe Multiple Sklerose), hat mich dieses Buch sehr interessiert. Und es reißt einen wirklich mit! Die ersten beiden Kapitel waren für mich beinahe am schwersten zu verdauen. Es gehen einem beim Lesen so grenzenlos viele Gedanken durch den Kopf, dass es mir wirklich schwer fällt, einen geeigneten Anfang zu finden… Das Buch ist nichts für zart Besaitete! Es ist auch kein Buch, was einem Menschen Mut machen soll. Zumindest empfinde ich es in keiner Weise als “Ratgeber”. Es legt einzig und allein tiefe, ehrliche Gefühle einer Frau dar, die weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Das Buch Dahlia geht an keinem spurlos vorüber. Man möchte das tragische Schicksal Dahlias beweinen, und doch ist es so “gewitzt” geschrieben, dass ich mir zwangsläufig ein Grinsen viele Male nicht verkneifen konnte – es herrscht einfach genau die richtige Mischung von Tragik und Komik vor. Und ich muss sagen: So vieles ist so wahr! Meine Diagnosestellung liegt ca. ein 1,5 Jahre zurück, und all die beschriebenen Emotionen, sowohl von Dahlia als auch aus ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis kann ich so gut nachvollziehen. Elisa Albert trifft den Nagel wirklich auf den Kopf! Hut ab vor solch einem Können, alles genauso, wie es – zumindest behaupte ich das an dieser Stelle frech und frei -, sich wohl wirklich in einem abspielt, beschreiben zu können. Man muss sich in die Figur der Dahlia hineinfinden. Ich kann es gut nachvollziehen, wenn sie vielen Lesern unsympathisch erscheinen wird. Ich jedoch mag sie, sie ist einfach echt. Pessimistisch sagen die Einen – ich nenne es realistisch. Es wird nichts beschönigt oder “nett umschrieben”, nein: Sie ist einfach “am Arsch”. Punkt. Wozu nett drum herum reden? All die Ratschläge und “Sie-ist-ja-noch-jung”-Bekundungen… Ich kann ein Lied davon singen. Das Buch war eine Bereicherung für mich. Stellenweise wirklich sehr krass geschildert, führt es einem doch vor Augen, wie viel Glück – und hierzu zähle ich auch mich – wir doch alle haben, von solch einem Schicksalsschlag befreit zu sein. (Um es auf mich zu projizieren: Klar, ich habe nicht “Huhu, hier bin ich!” geschrien, als die Frage gestellt wurde: “Wer möchte denn als nächstes Multiple Sklerose haben? Freiwillige vor!” – doch: es beeinträchtigt “nur” meine Lebensqualität, aber: Ich lebe, verdammt noch mal!). Dahlias Leben relativiert so vieles, was einem vielleicht als “schlimm” erscheint. Ich denke, ich werde dieses Buch noch viele Male in meinem Leben lesen. Auch wenn die Grundstimmung sehr negativ ist – klar, wie auch sonst bei Hirntumor?? – es beinhaltet die Fähigkeit, gestärkt aus der Geschichte hervorzugehen! Man muss diese Chance nur nutzen. Fühlt euch wirklich in die Person hinein. Denkt nicht: “Na, wer so eine Einstellung hat, aus dem kann ja auch nichts mehr werden.” – NEIN! Es ist schwer, sich in solch eine Situation hineinzuversetzen, aber versucht zu verstehen (!). Ein wahrhaft emotionales Buch! Ich empfehle es jedem, der sich dem Inhalt gewachsen fühlt. Es kann durchaus Angst machen und erschüttern – aber auch das gehört zum Leben dazu. Lest dieses Buch und ihr werdet euer eigenes Leben mit anderen, neuen Augen sehen!
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