Rezension verfasst vor 2 Jahren
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In San Francisco wütet ein Serienmörder, der seinen Opfern offenbar bei lebendigem Leib die Herzen aus der Brust schneidet. Offensichtlich ist ihm niemand gewachsen, die Polizei nicht und auch nicht die zu Rate gezogene Psychiaterin, denn sogar die fällt dem Mörder zum Opfer – und hat ihm dabei offenbar freiwillig Einlass in ihr Haus und in ihr Leben gewährt. Daher auch sein Name, Romeo, der geheimnisvolle Liebhaber. Sarah, die Schwester der ermordeten Psychiaterin, scheint sein nächstes Opfer werden zu sollen. Hat er doch im Tagebuch ihrer Schwester Dinge gelesen, die dazu führen, dass er sich ihr ganz besonders nahe fühlt. Sarah, die ein Kindheitstrauma mit sich herumschleppt, an das sie sich nur bruchstückhaft erinnern kann, wird durch die Avancen des Mörders ihrer Schwester gezwungen, sich ihren lange verdrängten Problemen zu stellen. So kämpft sie an zwei Fronten: gegen einen gefährlichen Irren und gegen ihre eigene Vergangenheit. Und dabei ist sie vielleicht dabei, ihr Herz – im wahrsten Sinne des Wortes – einem Mörder zu schenken ...
Der Name der Autorin kam mir deshalb so bekannt vor, weil ich tatsächlich schon einmal ein Buch von ihr gelesen hatte – allerdings nicht zu Ende. Bei „Amnesia“ habe ich nach gut 130 Seiten aufgegeben. Vielleicht hätte ich es doch besser zu Ende lesen sollen, denn:
Auch bei „Romeo“ habe ich mich anfangs schwer getan. Die Behauptung auf dem Cover „Seit dem Schweigen der Lämmer hat mich kein Roman mehr so in Atem gehalten.“ (Phillip Margolin) schien mir ganz weit hergeholt. Sehr bald hat mich das Buch jedoch ganz in seinen Bann geschlagen. Title legt geschickt Köder aus – eigentlich könnte so ziemlich jeder im Umfeld ihrer Schwester ein schwer gestörter geisteskranker Mörder sein. Das mag unwahrscheinlich sein ;-), allerdings ist Sarah auch keine verlässliche Erzählerin. Ihre verdrängten Kindheitserlebnisse haben sie zu einer misstrauischen Erwachsenen gemacht, die jedem alles zutraut.
Ein sehr spannender Roman. Am Ende fiebert der Leser der Auflösung förmlich entgegen. Auch, wenn er eine Vermutung haben sollte, bleibt der Roman bis zum Schluss hochgradig spannend.
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