Leser-Rezension zu „Gott schütze dieses Haus” von Elizabeth George
am 28.06.2011
Ein kleines Dorf in Yorkshire wird von einem grausigen Verbrechen erschüttert. Der streng gläubige William Tey wird enthauptet gefunden, neben der Leiche sitzt seine Tochter Roberta, die augenblicklich den Mord gesteht: "Ich war's. Es tut mir nicht leid." Das ungleiche Ermittlerduo bestehend aus Inspector Lynley und Barbara Havers, die zurück in den Streifendienst geschickt wurde und in der Aufklärung des Falls ihre letzte Chance sieht zur Mordkommission zurückzukommen, stoßen auf eine Mauer aus Lügen, Intrigen und Hass, als sie beginnen innerhalb der Dorfgemeinschaft zu ermitteln.
Durch und durch gut geschrieben ist das Erstlingswerk aus der Thomas Lynley Reihe und doch hat es mich nicht in Gänze überzeugen können, da die Lösung des Falles relativ früh angedeutet wurde und dadurch die Finale 60-seitige Auflösung natürlich deutlich an Spannung verlor, wenn man bereits zu Beginn angefangen hatte eigene Spekulationen aufzustellen. Dennoch würde ich eine Lesemempfehlung aussprechen, was vorallem an den starken Charakteren liegt, die Elizabeth George in Thomas Lynley und Barbara Havers zeichnet. Ihre Zusammenarbeit und die dadurch immer wieder durchscheinende Unterschiedlichkeit der Beiden ist exzellent geschrieben und baut hier und da beinahe mehr Spannung auf, als es der Mordfall zu tun vermag. Dazu ist, obwohl Elizabeth George selber Amerikanerin ist, kaum ein Krimi jemals englischer gewesen, als dieser. Wer sich daran erfreuen kann ist mit "Gott schütze dieses Haus" also mehr als gut aufgehoben und das in Kombination mit dem gut zu lesenden Schreibstil und den spannenden Charakteren lässt dann auch darüber hinwegtrösten, dass die finale Lösung vielleicht nicht so ausgefallen ist, wie man es sich gewünscht hatte.

