Leser-Rezension zu „This Body of Death” von Elizabeth George
am 25.08.2010
A200 This Body of Death von Elizabeth George Kategorie: Allgemein
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...sowohl Inspector Lynley als auch Elizabeth George - "Wer dem Tode geweiht" ist wieder einer ihrer Romane, die in Stil und Spannung an ihre ersten Werke anknüpfen. Hatte man inbesondere bei "Denn die Sünde ist scharlachrot" noch das Gefühl, vor lauter Handlungssträngen und Personenfülle komplett den Überblick zu verlieren, findet man hier eine wunderbar stringente, in sich logische Handlung.
Auf einem Friedhof wird eine ermordete junge Frau gefunden, die vor Monaten fluchtartig ihre Heimat in Hampshire verließ. Für die Ermittlungen holt sich AC Hillier Verstärkung: Acting Superintendent Isabelle Ardery, die bereits in einem der früheren Bände auftauchte, kommt nach London, um mit diesem Fall ihr Können und ihre Eignung als Malcolm Webberlys Nachfolgerin zu beweisen. Sie sucht den nach wie vor pausierenden Lynley auf, um sich dessen Unterstützung zu sichern und ihn ins Team zurückzuholen - in der weisen Voraussicht, dass er ihr, inbesondere in Bezug auf ihr Durchsetzungsvermögen bei Havers und Co., nützlich sein kann. Obwohl er sie völlig durchschaut, lässt er sich vor ihren Karren spannen und kehrt zurück, muss sich nun aber ihren Anweisungen unterordnen.
Die Entwicklung der Geschichte selbst ist äußerst gelungen. Vor dem Hintergrund einer Jahre zurückliegenden Geschichte spielt die Autorin wieder mit psychologischen Abrgünden, fordert den Leser heraus und präsentiert ihm endlich wieder die so lange vermisste Teamdynamik - mit einer spöttischen, widerspenstigen Havers, einem besonnen Winston, der dieses Mal zuschlagen darf und natürlich Lynley, der in jeder Hinsicht zurückkehrt. Der große Wermutstropfen dieser Geschichte liegt für mich in der Entwicklung der Geschichte zwischen Ardery und Lynley; erstere ist auch die einzige Figur, die relativ schwach beleuchtet wird und trotz einer wirklich unglaublich schlechten Ermittlungsleistung beim Yard bleiben darf. Dies liegt möglicherweise daran, dass George den Charakter von Isabelle Ardery im nächsten Buch weiter ausbauen will und sich hier auf das Offensichtliche (ehrgeizige Mutter, die nicht nur gegen den Alkohol, sondern auch den Exmann kämpft) beschränkte. Am Ende ist man sich nicht einmal sicher, ob die Person sympathisch ist oder nicht. Aber schließlich braucht man ja auch keinen kleinen Köder für das nächste Buch ;)
Sternstunden hat in diesem Roman eindeutig wieder Barbara - schon allein die von Ardery verordnete Shoppingtour mit ihrer kleinen Nachbarin Hadiyyah ist wunderbar, ihre Ermittlungen mit Winston Nkata sind vom üblichen "Barb - Winnie"-Geplänkel geprägt und in jede Richtung wird dieses Mal ihre Eifersucht gefordert. Natürlich macht sie auch sonst wieder, was sie will - und bügelt damit am Ende die schlechte Arbeit ihrer Vorgesetzten aus.
Ein gelungenes Buch, das wirklich empfehlenswert ist - nicht nur für eingefleischte Fans.

