Leser-Rezension zu „Die verrückten Flanagans” von Elizabeth Kelly
am 19.10.2010
Kurzbeschreibung
Geld allein macht nicht glücklich – sondern verrückt. Fragen Sie mal die Flanagans!
Collie Flanagan ist gewissenhaft, strebsam und anständig – und das schwarze Schaf der Familie. Sein Bruder Bingo ist faul, großmäulig, draufgängerisch und ihr ganzer Stolz. Denn die Flanagans sind völlig übergeschnappt, und ihr riesiges Landhaus ist ein Biotop für Neurosen. Vater Charlie ist Trinker, Frauenheld und Prediger seiner anarchischen Weltsicht. Mutter Anais ist Millionenerbin, erklärte Marxistin und hasst ihren steinreichen Vater. Ständig umgeben von einem Rudel Hunden liefert sie sich regelmäßige Scharmützel mit ihrem Schwager Tom Flanagan, der der Familie den Haushalt führt und Brieftauben züchtet, die alle die Namen irischer Freiheitskämpfer tragen.
Bei einem Ausflug muss Collie dabei zusehen, wie sein Bruder ertrinkt. Den Flanagans ist anzumerken, dass sie den Verlust von Collie besser hätten verschmerzen können als den von Bingo. Beladen mit einem schweren Schuldkomplex versucht Collie von nun an verzweifelt, seinen Platz in der Welt zu finden. Er wird Playboy, Aktivist im Dschungel von El Salvador und schließlich renommierter Arzt. Doch der Frieden mit sich selbst und den Flanagans ist auf einem ganz anderen Weg zu finden.
Ein herzerwärmender und urkomischer Roman über die Beschwerlichkeit und die Bedingungslosigkeit der Liebe in einer Familie.
(Quelle: randomhouse)
Die Autorin:
Elizabeth Kelly wurde in Brantfort, Kanada geboren und studierte an der University of Toronto Anglistik. Sie arbeitet als Redakteurin bei einer Zeitschrift und wurde mehrfach mit dem Canadian National Magazine Award ausgezeichnet, als Koryphäe in Sachen Guns ’N Roses blieb sie jedoch weitgehend unbekannt. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in der Nähe von Ontario. Die verrückten Flanagans ist ihr erster Roman.
(Quelle: randomhouse)
Meine Meinung:
Ich-Erzähler Collie wächst in einer durch und durch chaotischen Familie auf. Seine Mutter liebt seinen nichtsnutzigen Bruder Bingo. Sein Vater und Onkel Tom trinken und streiten sich Tag für Tag. Auch sonst ist vieles nicht normal in dieser Familie. Nur Collie ist anständig, fleissig und Liebling seines Großvaters. Dieser, genannt "Falke" thront auf seinem Anwesen, das Collie regelmäßig besuchen darf. Dennoch ist das Verhältnis Großvater - Collie distanziert, Collie ist sogar eingeschüchtert, traut sich nicht, Fragen zu stellen.
Als ein schrecklicher Unfall passiert, wird Collie die Schuld in die Schuhe geschoben...
Was sich anfangs noch recht amüsant lesen lässt, "zerfasert" gegen Ende des Romans. Der Leser bekommt das Gefühl, als ob die Autorin nicht recht wüsste wohin mit ihrem Helden Collie.
Collies Verhalten schwankt, erst setzt er sich einen Plan, dann schmeißt er ihn nach recht kurzer Zeit wieder hin.
Da wird noch schnell aus Collie ein Aktivist in El Salvador, dann fliegt er noch nach Irland - alles noch schnell wie reingequetscht. Da wäre weniger sicher mehr gewesen.
Auch wenn der Roman flüssig geschrieben und auch unterhaltsam ist, so kann ich doch nur 3 Sternchen vergeben

