Rezension verfasst vor 3 Jahren
(5)
Elizabeth Moon erzählt von Lou Arrendale, einem 35jährigen Autisten, der in naher Zukunft lebt. Frühkindliche Therapien haben es ihm ermöglicht, in der Gesellschaft zu "funktionieren". In seiner Arbeit analysiert er Muster, in seiner Freizeit fechtet er. Er mag eine Fechtpartnerin wirklich sehr gerne, weiß aber nicht, ob sie ihn auch wirklich sehr gerne mag.
Sein Chef drängt ihn und seine autistischen Kollegen zu einer Autismus Behandlung, durch die er "normal" werden könnte und damit seinem Chef die Kosten für unterstützende Maßnahmen sparen würde.
Als dieser Druck schliesslich wegfällt, das Angebot zu dieser Behandlung aber noch steht, steht Lou vor der Wahl: Soll sich Lou der experimentellen Behandlung unterziehen? Er könnte vielleicht Dinge tun, die ihm der Autimus verwehrt. Vielleicht könnte er heiraten und ein ganz normales Leben führen? Es besteht aber die Gefahr, dass er danach nicht mehr der selbe ist wie vorher. Seine Persönlichkeit könnte sich völlig verändern, er könnte seine Erinnerungen und damit sein komplettes bisheriges Leben verlieren.
Ein wundervolles Buch, dass mich tief berüht hat.
Die Erzählperspektive ermöglicht es, zum einen - und hauptsächlich - die Geschichte aus Lou's Perspektive zu erleben. Wie denkt er? Wie fühlt er? Was hält er von der "normalen" Welt? Zum anderen ist die Draufsicht auf seine Freunde - erzählt in der dritten Person - sehr interessant, um zu erkennen, wie Lou's Autismus auf andere wirkt.
Das Buch lässt die Grenze zwischen gut eingestelltem Autimus - wie bei Lou - und "normalem" Leben verschwimmen. Ich habe manche Denkweisen Lou's in mir selbst wiedererkannt und fragte mich, inwieweit Autismus nicht "normal" ist.
In jedem Fall ist der Einblick in Lou's Gedankenwelt unheimlich spannend und bewegend zu gleich. Note 1
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