Leser-Rezension zu „Die Spucke des Teufels” von Ella Theiss

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Gospelsinger Gospelsinger
Verfasst von Gospelsinger
am 20.07.2011
 

Die Witwe Lisbeth führt die Wirtschaft ihres im Jahre 1755 verstorbenen Mannes weiter und bekommt unerwünschte Einquartierung. Für die Versorgung der preußischen Soldaten, die sie aufnehmen soll, bekommt sie einen Sack Kartoffeln, die am Niederrhein bisher unbekannt sind. Aber die Soldaten essen lieber Fleisch und lassen die aufwendig zubereiteten Kartoffeln als ungenießbar auf dem Teller.
Friedrich II. hatte es nicht leicht, die Bauern dazu zu bringen, Kartoffeln anzubauen, denn was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. Kartoffeln waren unbeliebt, weil man lange nicht wusste, wie man die überwiegend giftigen Dinger zubereiten soll. Die damaligen Sorten enthielten noch mehr Gift als die heutigen, Todesfälle waren also nicht unüblich.
Aber Lisbeth bekommt heraus, wie man aus den Kartoffeln eine gute Suppe kocht. Nicht für die Einheimischen natürlich, denn dann würde sie Ärger mit dem Pfarrer bekommen, für den Kartoffeln die „Spucke des Teufels“ sind.
Eine unabhängige Frau hatte es im 18. Jahrhundert schwer. So muss sich Lisbeth nicht nur gegen Schikanen der Obrigkeit, sondern auch gegen die Nachstellungen eines preußischen Majors wehren. Hilfe erhält sie von dem schüchternen Müller Willem, der in sie verliebt ist, und von dem Barbier Jost. Die größte Hilfe erhält sie allerdings von ihrer verstorbenen Mutter und weiteren Geistern, die im Wirtshaus herumspuken und wertvolle Ratschläge geben. Sie sorgen dafür, dass Lisbeth sich wehren kann, wenn auch auf eine höchst fragwürdige Art.
Aber Frauen mussten in dieser Zeit halt auch zu harten Maßnahmen greifen, um sich behaupten zu können. Lisbeth hat also mein vollstes Verständnis und meine Sympathie. Erst recht, weil sie sich so vehement für ein missbrauchtes Kind einsetzt.
Besonders gefallen haben mir auch die Rezepte im Buch, die angeblich aus dem Kochbrevier „Die gute Volksküche“ von 1802 stammen.
Die Autorin selbst hat auch das richtige Rezept gefunden, nämlich für einen kurzweilige Geschichte, die eine gelungene Mischung zwischen einem historischen Roman und einem spannenden Krimi bietet, mit einer Protagonistin, deren Charakter überraschende Abgründe aufweist, und einem überraschenden Ende.
Ein Appetit anregender Erstling, auf den hoffentlich noch weitere Bücher dieser Autorin folgen.

 

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Die Spucke des Teufels Die Spucke des Teufels
Ella Theiss

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Die Spucke des Teufels
von Ella Theiss

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