Aufregung in Emerald Springs - wer wird der neue Superstar? Aggie Wilcox unsere allseits beliebte Pfarrersfrau hat dort auch eine wichtige Aufgabe ergattert: sie darf die bisher einzige Berühmtheit dieses Ortes betreuen. Leider entpuppt sich dieser als absolute selbstverliebte Nervensäge... Eitelkeit ist eine Todsünde? Na, dann trifft es sich doch gut, dass genau dieser stirbt. Doch das da nachgeholfen wurde, kann Aggie schon auf 10 Meilen wittern und so stürzt sich die Hobby-Detektivin zur Freude der örtlichen Polizei und ihrer Familie erneut in wilde Ermittlungen, die unter anderem auch diesmal zu einem Zirkus führen...
Nun ist er endlich gelesen, der vierte Fall für Miss Marple... nein Mrs. Wilcox! Wieder sind wir in Emerald Spring, der kleinen, wenn auch manchmal gehässigen, Kleinstadt, deren Pfarrersfrau eigentlich schon eine Berühmtheit ist. Neben Aggie, die uns die Geschichte selber erzählt, tauchen auch wieder ihre Familiemitglieder auf, ihre Töchter sind langsam in der Pubertät und grundverschieden wie sie sind, bringen sie Pepp ins Familienleben der Wilcox.
Der Fall selber war vielleicht der bisher spannendste Teil der Serie und besonders der esoterische Zirkus hatte es in sich. Mrs Wilcox 4. Fall war wieder einmal ein typischer Kuschelkrimi, nicht zu brutal, enthielt keine fiesen Psychospielchen und keinen Massenmörder, dafür aber viele logische Ermittlungen, eine taffe Frau, etwas normales Familienleben und vor allem eine spannende Geschichte. Es muss nicht immer grausam sein, um kriminalistisch zu unterhalten. Solche Krimis gibt es immer noch viel zu selten... Zum Glück gibt es aber Mrs. Wilcox, die alle Fans von Miss Marple, aber auch Krimineulinge, oder jene, die das "höhrer und weiter" der Blutfontänen anderer Romane nicht mehr ertragen wollen.
Geschrieben war es, wie die anderen Romane auch schon, aus Aggies Sicht, die einen wieder einmal an ihren Ansichten teilhaben lässt. Dabei beobachtet sie ihre Mitbürger aufs genauste und manchmal kommen da auch bissige Kommentare zu stande. Manchmal kommt sie mir aber auch ein wenig wie ein Vorzeigevorbild vor, ihre Ansichten zum Thema Reality Shows ist für mich schon fast abgegriffen und entspricht der eigentlich aufgeschlossenen Aggie so gar nicht. Aber das stört dem Lesevergnügen weniger, Aggie ist eben Aggie und schon nach kurzer Zeit ist man über diese Passagen hinweg und lacht wieder herzhaft oder bangt um eine der liebsten Hobby-Ermittlerinnen aus der Buchlandschaft.
Feinste Unterhaltung in einem sehr bildlichen Örtchen, spannende Knobeleien und ganz viel Aggie, dieser Romane ist eine perfekte Fortsetzung, die einem am Ende wieder hoffen lässt, dass irgendwo in Emerald Springs vielleicht wieder einmal gemordet werden sollte... Ein Widersehen mit Familie Wilcox ist das auf jeden Fall wert! Absolute Leseempfehlung...