Leser-Rezension zu „Landliebe gesucht” von Emma Hamberg
am 27.02.2009
Der Roman „Landliebe gesucht“ war für mich der erste Roman der Autorin Emma Hamberg.
Der Titel und der Klappentext lassen auf einen heiteren Roman und unbeschwerte Lesestunden schließen, aber leider wurden meine Hoffnungen diesbezüglich enttäuscht.
Marie, Asa und Lena sind Schwestern, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.
Aufgewachsen auf dem Bauernhof ihrer Eltern Rolf und Irene, der sich auf Kühe spezialisiert hat, sind sie im Laufe ihres Leben ganz unterschiedliche Wege gegangen.
Marie ist mit 42 Jahre die älteste der drei Schwestern. Sie lebt mit ihrem Hund Otto als Single ohne feste Beziehung geschweige denn Kinder. Eigentlich mag sie ihr Leben als Barfrau, ihre aufgepumpten Brüste und ihre gelegentlichen Liebhaber.
Asa, die mittlere und der „schlaue Kopf der Familie“ müsste eigentlich glücklich sein – sie ist verheiratet, beruflich erfolgreich und wohlhabend. Wenn da nicht der unerfüllte Kinderwunsch wäre, der Asa und ihre Beziehung zu ihrem Mann Adam in Mitleidenschaft zieht.
Lena dagegen ist verheiratet, hat vier Kinder und ist mit ihrer Familie, sich selbst und dem Leben hoffnunglos überfordert. Der smarte Eismann Conny ist da nur noch der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt …....
Als Rolf, der Vater der drei unerwartet stirbt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt – Marie erkennt, wie leer ihr Leben eigentlich ist, Lena verlässt ihre Familie und geht zu Conny und Asa kümmert sich – ein bisschen zu sehr- um ihren Schwager und die verwaisten Kinder. Das Chaos ist also vorprogrammiert. Es kommt zu einem Showdown, als sich die Familie Weihnachten auf dem elterlichen Hof trifft.
Der erste Gedanke, der mir zu diesem Buch kommt ist – die Autorin lässt wirklich kein Klischee aus. Die Personen sind so überzeichnet, das sie auf mich schon unsympathisch und gekünstelt gewirkt haben. Einzig Marie konnte ich ein wenig Verständnis und Sympathie entgegenbringen. Die Atmosphäre der Geschichte ist nicht wie erwartet heiter, sondern düster und bedrückend, da alle Protagonisten über Maß in Selbstmitleid versinken. Die schwerwiegenden Themen wie zum Beispiel der Tod des Vaters wurde viel zu schnell abgehakt und ist in der Familie zugunsten der eigenen Problemchen in den Hintergrund getreten Die Handlungen der einzelnen Personen konnte ich wenig bis absolut nicht nachvollziehen, besonders mit Lena hatte ich so meine Probleme (wie kann eine Mutter ihre Kinder verlassen?) Auch der Vergleich zwischen dem Inseminieren der Kühe / dem Brunftkalender / dem Schlachten der nicht fruchtbaren Kühe und der nicht schwanger werdenden Asa fand ich weder witzig und amüsant, sondern eher roh und unsensibel.
Als Positiv habe ich die einfache Schreibweise empfunden, die Sprache war locker und man ist wirklich schnell in die Geschichte rein gekommen.Teilweise konnte man auch einige witzige / ironische Ansätze finden, die aber leider in der Minderheit waren und nicht ganz zu der Stimmung des Romans passen wollten. Das Ende lässt schon viel Spielraum offen, wie das Leben der drei Schwestern noch weitergehen könnte, einige Handlungsfäden werden nicht verknotet. Ein Epilog wäre hier ganz schön gewesen, denn am Ende interessiert es einen ja doch, wie die Geschichte zu Ende geht.
Noch immer rätsle ich, in welche Kategorie ich dieses Buch einordnen soll und kann nur zu einem Schluss kommen: Nicht empfehlenswert.

