Leser-Rezension zu „Und übrigens noch was ...” von Eoin Colfer

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stiller stiller
Verfasst von stiller
am 26.10.2009
 

Wie groß wäre wohl der Aufschrei, würde der Joker im nächsten Batman-Film ein unerwartetes Comeback geben? Der Nachfolger von Heath Ledger hätte bei den Fans vermutlich kaum eine Chance. Oder was wäre, wenn Nirvana ein neues Album aufnehmen würden? Mit, sagen wir, Josh Homme am Mikrofon. Käme Vorfreude auf? Oder stünde das fiese Wort Ausverkauf dick auf dem Plattencover?

Vielleicht sind es diese kleinen Wagnisse, die dazu führen, dass die Marketingmaschine manchmal etwas leiser läuft. Ein anderes Szenario. Stellt euch vor, ihr steht im Buchladen und auf dem Tisch mit den Neuerscheinungen liegt ein schmuck verpacktes Buch, auf dessen Cover die freundlichen Worte Und übrigens noch was… prangen. Beinahe beiläufig untertitelt mit Per Anhalter durch die Galaxis - Teil 6 der Trilogie. Ihr runzelt die Stirn, denkt zunächst an eine verschollen geglaubte Kurzgeschichtensammlung aus dem Nachlass des 2001 viel zu früh verstorbenen Douglas Adams, bis euer Blick am oberen Rand des Buches hängen bleibt, der als Autor Eoin Colfer nennt. Und dann merkt ihr, es ist kein Szenario, es ist die Realität. Arthur Dent und seine Freunde sind heimlich und nahezu unbemerkt zurück.

Das größte Kompliment, das man Colfer, dem Schöpfer von Artemis Fowl, machen kann, ist das folgende: Man merkt Und übrigens noch was… nicht an, dass Douglas Adams nicht der Autor der Geschichte ist. Ein bisschen abwiegeln muss man dennoch. Der 6. Teil der ehemals fünfbändigen Trilogie kommt nicht an die ersten beiden Abenteuer heran, aber das kamen Adams’ letzte Geschichten auch nicht. Auch der erste Eindruck, dass sich Colfer zu sehr in den Anmerkungen des berühmten Reiseführers verliert, wird nach den ersten fünfzig Seiten weggewischt. Denn dann kommt die Geschichte in Fahrt.

Arthur Dent, Tricia McMillan, ihre gemeinsame Tochter Random und Ford Prefect sitzen dort, wo Adams sie damals verließ. In einer Bar in London, kurz vor der neuerlichen Zerstörung der Erde. In einer Traumsequenz haben sie mehrere Jahrzehnte erlebt, am Strand, als Präsidentin der Galaxis oder als Autor für einen berühmten Reiseführer. Doch die Träumereien sind vorbei - und ihr Leben scheinbar auch. Doch wie immer in der größten Not taucht Zaphod Beeblebrox mit der Herz aus Gold auf, der zwar nicht den blauen Planeten, aber wenigstens drei Erdlinge und seinen Halbousin retten kann. Bevor Arthur Dent wieder über den Verlust seiner Heimat trauern kann, kommen eine gute und eine schlechte Nachricht rein. Die gute: Es gibt eine Kolonie von Erdlingen auf einem Planeten namens Nano. Die schlechte: Die Vogonen sind auf dem Weg dorthin um den Planeten zu zerstören.

Neue schräge Figuren wie die Käse anbetenden und sich vor der ewigen VerEdamnis fürchtenden Tyromancer oder der durch ein von Zaphod Beeblebrox verbreitetes Video zum Lacher der Galaxie gewordene Gott Thor geben sich mit altbekannten wie dem alle Welt beleidigende Bowerick Wowbagger die Klinke in die Hand. Der mürrische Roboter Marvin wird durch die nicht minder schlecht gelaunte Random Dent nahezu perfekt ersetzt.

Colfer ist eine charmante Fortsetzung gelungen, die an den Humor von Douglas Adams anschließt. Und übrigens noch was, die Schlussworte seien verraten: DAS ENDE eines der Mittelteile. Hoffentlich ist das keine leere Versprechung. Ernsthaft. Eine Fortsetzung wäre, wie Ford Prefect und Zaphod Beeblebrox es ausdrücken würden, total froody.

 

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Und übrigens noch was ... Und übrigens noch was ...
Eoin Colfer

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Und übrigens noch was ...
von Eoin Colfer

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