Es ist Weihnachten im Jahre 799. Gräfin Ermengard entdeckt bei einem nächtlichen Spaziergang eine Leiche, besser gesagt, sie stolpert über eben diese. Sogleich ist die Aufregung groß und Ermittlungen werden eingeleitet, die Graf Arnulf, Ermengards Mann, übernimmt. Doch die Gräfin macht sich selber auf den Weg um dieses Verbrechen aufzuklären, natürlich so, dass es keiner mitbekommt. Doch sie erfährt Dinge, die sie nie hatte erfahren wollen...
Wir erleben dieses Buch quasi als Brief, denn Gräfin Ermengard schreibt die Geschehnisse nieder. Da dies logischerweise aus der Ich-Perspektive geschieht, hat man nicht nur das Gefühl es einfach zu lesen, es geht sogar so weit, dass man das Gefühl bekommt die Gräfin würde einem ihre Geschichte persönlich erzählen. Es wirkt dadurch alles sehr authentisch und man fühlt sich dem Geschehen wirklich verbunden und zugehörig, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch ist es auch fast unmöglich das Buch zur Seite zu legen, da man von Beginn an gefesselt wird und bis zum Ende nicht los kommt, weil man immer unbedingt wissen möchte wie es weiter geht.
Auch die Geschichte selber hat mir gut gefallen. Besonders die Teile, in denen man mit der Gräfin auf Spurensuche geht empfand ich als äußerst spannend, da man dort immer wieder neues erfahren hat von dem man zuvor nie gedacht hätte, dass es sein könnte. Die Spannung baut sich kontinuierlich von Seite zu Seite auf, ohne zwischendurch auch nur ein wenig nachzulassen.
Zwischenzeitlich werden einige Rückblenden (hier: Erinnerungen) eingefügt, durch die man das Leben in der damaligen Zeit noch besser erahnen kann, denn wirklich wissen wie es war kann, glaube ich, niemand. Dennoch lassen diese Erinnerungen eine Ahnung zu, da sie von zeitnahen Erinnerungen bis hin zu Kindheitstagen reichen, so dass man auch von Ermengards Leben einiges erfährt, was ansonsten verborgen geblieben wäre.
Das Ende war für mich sehr überraschend. Natürlich stellt man selber auf so seine Überlegungen an, aber auf diese Lösung, wie sie sich bot, bin ich nicht gekommen. Ich hatte zwar zeitweise den Verdacht, dieser wurde jedoch mittels augenscheinlicher Beweise sofort wieder verbannt und ich habe bis zum Schluss nicht mehr darauf zurückgegriffen. Ich finde es sehr gut, dass das Ende somit nicht schon lange vorher eindeutig ist, so dass man wirklich einen Grund hat sich bis zum Ende fesseln zu lassen.