Leser-Rezension zu „Die Schleife an Stalins Bart” von Erika Riemann
am 26.08.2009
Nachkriegsgeschichte einmal ganz anders!
Die 1946 wegen eines Kinderstreiches zu mehreren Jahren Haft verurteilte Erika Riemann schildert eine historische Epoche, durch die Brille derjenigen, die stellvertretend eine Nationalschuld verbüßt haben, unschuldige Jugendliche, die im Nachkriegsdeutschland (Ost) wie Kriegsverbrecher inhaftiert wurden. Ohne den moralischen Zeigefinger oder konkrete Vorwürfe zu erheben, beschreibt sie die bedrückenden Erlebnisse Ihrer Gefangenschaft und die daraus resultierenden Konsequenzen.
Die Folgen, die Erika Riemann beschreibt, sind grausam: Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, gescheiterte Ehen und nie wieder ein normales Leben.
Fazit: Die Autobiografie "Die Schleife an Stalins Bart" von Erika Riemann stellt in erschreckender Weise dar, welcher Terror sich hinter dem Rücken der Leute in der von den Sowjets befreiten deutschen Zone ( SBZ) abgespielt hat.
Wer sich für die Schicksale von Opfern der Stalindiktatur in der DDR in Form von Biographien interessiert, bekommt hier ein klares und informatives Erinnerungsbuch. Dieses Buch ist jedem zu empfehlen, der mehr über die Nachkriegszeit in der DDR erfahren möchte. .

