Da drück ich mich seit gut zwölf Jahren um sämtliche Harry Potter Bücher und Filme und nun begeistert mich dieses relativ unbekannte Hörbuch, das doch einige Parallelen zu den Geschichten rund um den Hogwarts Zauberlehrling aufweist.
Bahnsteig 13 gehört zur King’s Cross Bahnstation in London. Alle neun Jahre öffnet sich dort der Gügel, ein Hügel mit einer verborgenen Tür, die auf eine fremde Insel führt. Auf dieser Insel leben alle Bewohner in Frieden miteinander, ganz besonders die Neblinge haben es mir da angetan. Kleine Tierchen, die Nebel spucken und vergnügt quicken, sobald sie Musik hören.
Regiert wird diese Insel vom König, dessen Sohn Raymond von Missis Trottle entführt und durch den Gügel nach London verschleppt wird. Seine Eltern und Schwestern trauern, denn der Gügel schließt sich bereits wieder nach nur neun Tagen und Raymond ist unwiderruflich fort. Dieser wächst fortan bei Missis Trottle auf, die ihn zu einem verwöhnten, ungezogenen Bengel erzieht.
Neun Jahre später schickt der König einen Suchtrupp nach London, der den verlorenen Prinzen wieder zurückholen soll. Mit dabei die junge Hexe Lex, den Magier Cornelius, eine Fee namens Gurkintrude und den Riesen Hans.
Mit Hilfe der Geister des Gügels können sie Raymond aufspüren, doch der denkt gar nicht daran zurück auf die Insel zu gehen. Die ungewöhnlichen Besucher von der Insel müssen Magie anwenden, um Raymond von seiner Herkunft zu überzeugen. Dummerweise hatten sie dem König aber versprochen, keine magischen Kräfte anzuwenden.
Kurz vor dem erneuten Schließen des Gügels, verschwindet Raymond dann auch noch spurlos, sodass nun nicht nur Missis Trottle sondern auch noch die Zeit gegen das sympathische Quartett arbeitet. Schlussendlich können sie sich nicht einmal mehr sicher sein, ob der Junge, den sie für Raymond halten, tatsächlich der gesuchte Prinz ist. Währendessen macht sich auf der Insel Ungeduld breit und der König denkt über die Entsendung einer ganzen „Armee“ nach.
Für erwachsene Leser ist die Geschichte natürlich ein wenig vorhersehbar, was das Lese- bzw. Hörvergnügen keinesfalls trübt. Das kurze Buch ist voller Fantasie, Humor und einer gesunden Portion lehrreicher Situationen für Kinder. Freundschaft, Nächstenliebe und Vertrauen sind nur einige Aspekte die, die Autorin geschickt aufgreift. Die Sprache ist meiner Meinung nach für Kinder verständlich und die Geschichte verfolgt immer eine klare Linie, lässt dabei aber stets noch genügend Raum für eigene Gedankenspiele. Einen genauen Vergleich zu Harry Potter kann ich nicht machen, doch ich denke das dieses Buch, welches ohnehin vor den Rowling Werken entstanden ist, ehr die jüngeren Leser (5-12 Jahre) anspricht, für die Harry Potter vielleicht noch ein wenig zu kompliziert und zu lang ist. Aber auch für weitaus ältere Leser bzw. Hörer ist dies ein gelungenes (Hör-)Buch, das für knapp 2,5 Stunden den Alltag vergessen lässt.