Leser-Rezension zu „Der Teezauberer” von Ewald Arenz
am 1.02.2012
Eigentlich müsste Jakob glücklich sein: Er liebt seine Frau, seine kleine Teehandlung und er hat eine ganz besondere Fähigkeit: Er kann auf Worten reisen. Wenn er vorliest, werden die Geschichten vor den Augen seiner Zuhörer zu Bildern. Er selbst träumt von einem Leben auf Tucholskys ›Schloß Gripsholm‹ oder im Chicago alter Filme. Getrieben von diesen Wunschbildern reist er in die Stadt, die schon immer ein Tor zu anderen Welten war: Hamburg. Dort wird ihm ein geheimnisvoller Tee serviert und das Wunderbare geschieht. Seine Traumwelt wird zur Wirklichkeit. (dtv)
Romantisch angehaucht webt Ahrenz seine Geschichte um Jakob, den Teezauberer. Er schafft es mit Worten, Bilder und Gerüche zu malen, die den Leser immer tiefer in die Geschichte des Tees ziehen.
++ tolle, eher seltene Idee aus Duft und Worten solch kräftige Wörter zu malen
++ romantischer und damit abtauchender Schreibstil
++ auf Worten zu reisen
+/- eigentlich wunderbare Informationen über die Geschichte des Tees, mir persönlich ist es etwas zu viel geworden
-- Ahrenz benutzt die eine oder andere Rückblende zu viel, um uns Jakobs Welt zu zeigen. Zusammen mit der wundersamen Veränderung sorgt es leider für ein wenig Stolpergefahr.
Während des Lesens taucht man in eine surreale Welt aus Tee, Gerüchen und Worten, die zum Reisen verleiten. Doch wenn man das Buch zuklappt bleibt der Geschmack von kaltem Tee auf der Zunge zurück.
Als modernes Märchen mit einer heißen Tasse Tee sorgt es aber gerade zur Adventszeit für eine kleine Auszeit.
Drei von fünf Sternen
(c) Kristin

