Leser-Rezension zu „Ehrlich und Söhne” von Ewald Arenz

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walli007 walli007
Verfasst von walli007
am 29.10.2011
 

Bestattungen aller Art - aber echt!
Endlich hat Samuels und Johannes` Großmutter sich entschlossen, ins Altenheim zu ziehen. Dazu müssen die beiden gestandenen Enkel (Sam, der Denkmalpfleger und Johannes, der Pathologe) mit den beiden Leichenwagen nach Berlin fahren, um die Wohnung ihrer künstlerisch begabten Oma aufzulösen. Dabei hat Sam eine kleine Begegnung im Rahmen einer Geschwindigkeitskontrolle. Gerade in Berlin angekommen, ist die Großmutter leider verstorben. Nun soll sie also zu einer würdigen Beerdigung kommen. Da Samuel und Johannes ihrem Vater schon als Jugendliche geholfen haben, bereiten sie selbst ihre Oma für ihren letzten Weg vor. Und tatsächlich wartet auf dem Heimweg wieder der Polizist aus der Polizeikontrolle. Dem krückt Samuel eine Geschichte auf, weshalb die tote Großmutter im Abendkleid im Bett Kofferraum (nein, nicht Kofferraum, Leichenwagen haben keinen Kofferraum) liegt und die Katze Fräulein Titania schnurrend zu ihren Füßen. Als Samuel dann auch noch erzählt, die Katze würde mit verbrannt werden, ist der Polizist doch fast bereit, das Tierchen zu retten.
Und das ist nur der Anfang der Geschichte dieser seltsamen Familie Ehrlich, die mich mehrfach laut auflachen ließ. Natürlich gab es auch ernste Momente, denn bei dem Buch handelt es sich keinesfalls um einen Slapstick. Nein eher führt dieses Buch auf heitere manchmal komische, aber manchmal auch ernste Art durch die jüngere deutsche Geschichte. Es wird hauptsächlich aus der Sicht Samuels berichtet, der auch nicht normaler ist als die anderen Mitglieder seiner Familie. Eigentlich eine Familie von liebenswert Verrückten, die Fremde nur mit Mühen im Familienverbund aufnehmen können. In Rückblenden wird der Leser aufgeklärt, welche Ereignisse dazu geführt haben, dass die Ehrlichs eben sind wie sie sind. Angefangen mit den Kriegszeiten, der Flucht und den auch nicht gerade leichten Nachkriegsjahren, die gerade Mutter und Großmutter geprägt haben. Doch auch die siebziger, an die auch ich mich noch erinnern kann, die Zeiten des Terrorismus, nehmen einen nicht unerheblichen Teil in der Familiengeschichte ein. Doch ist die Story eben nicht bierernst, geschichtsträchtig und schwermütig, sondern humorvoll, witzig ohne jedoch irgendwie ins Blöde abzugleiten, einfach köstlich, ein wahrer Lesegenuss. Man kann gar nicht alle skurrilen Einzelheiten aufzählen, die in ihrer Gesamtheit doch genau dosiert sind und die Erzählung zu ihrem Höhepunkt treiben. Da heißt es einfach selber lesen, lachen, schmunzeln und vielleicht ein paar Tränchen verdrücken, ein wenig in Erinnerungen schwelgen und nach einigen äußerst vergnüglichen Stunden das Buch zuklappen und sich fragen, was uns denn der Autor sonst noch zu bieten hat.

 

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Ehrlich und Söhne Ehrlich und Söhne
Ewald Arenz

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Ehrlich und Söhne
von Ewald Arenz

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