Leser-Rezension zu „Der Bauch des Ozeans” von Fatou Diome
am 21.03.2010
Die Wahrheit will niemand hören, die Wahrheit will niemand lesen.
Der latente Rassismus in Europa, die Gleichgültigkeit und die Herablassung der Europäer gegenüber den Afrikanern einerseits und deren von keiner Erfahrung trübbarer Weg der Hoffnung in und auf die Länder des unermesslichen Reichtums, wo man fürs Nichtarbeten Geld vom Staat bekommt ist Fatou Diomes Thema. Fußball ist die Hoffnung der Jungen aus ihrem Dorf um rauszukommen, um Ehre einzulegen, die Familie unterstützen zu können. Diese Hoffnung in Frankreich, der ehemaligen Kolonialmacht Senegals, der Heimat der Autorin, stellt sie die gelebte Realität der illegalen, aber auch der legalen Arbeiter in Frankreich gegenüber, solche Selbstverständlichkeiten, dass ein Senegalese für den Besuch in Frankreich ein Visum benötigt und auch mal eine Ewigkeit von der Polizei verhört wird, will er/sie schwarz ist, ein Franzose aber jederzeit nach Senegal einreisen kann und sich dort auch benehmen kann, als wäre er ein Halbgott. Solche Realitäten, wie die Ausbeutung der Illegalen und die Lebensumstände der Kinder der legalen Einwanderer...einfach unbequem, keine gute Nachtlektüre. Eins von den Büchern die Wahrheiten erzählen, die keiner wissen will, eins von den Büchern die nur erzählen was ist, aber eigentlich aufrütteln sollten etwas zu ändern, aber wer will das schon, solange er von der Situation profitiert und auf der Butterseite des Brotes lebt.

