Rezension verfasst vor 3 Jahren
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"Habgier" auch hier ist Peter Decker wieder als der nette Ermittler unterwegs, als den wir ihn kennen und schätzen und lieben gelernt haben. Es gelingt es ihm wieder einmal Spuren zu finden, die längst verloren geglaubt waren.Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, auch wenn es anders war als die anderen Bücher dieser Reihe.
Faye Kellerman schreibt sehr flüssig, man kann ihre Bücher sehr leicht lesen und auch in eine andere Welt abtauchen. All diese Kriterien, die für mich ein gutes Buch ausmachen, hat dieses Buch auch erfüllt. Die Handlung in diesem Buch wurde sehr gut beschrieben und ich konnte mir die Charaktere der unterschiedlichen Personen sehr gut vorstellen. Sei es der Ehemann der Toten, der nur auf Frauen und Geld im Leben aus war, oder auch der Geliebte der ein undurchsichtiges Leben führte. In diesem Buch kommen sehr viele Personen zum Vorschein, aber Frau Kellerman schafft es jedem ein Gesicht zu geben, ohne das man das Gefühl hat, dass es zu viel wird.
Die Krimihandlung wird mit mühseliger Polizeiarbeit beschrieben und jeder einzelne Schritt wird genau erklärt, ohne dass das Buch unnötig in die Länge gezogen wird. Es ist spannend zu lesen und man fiebert richtig mit. Die Klärung des Falls der vermissten Frau findet wirklich erst am Ende des Buches statt und man tappt bis dahin völlig im Dunkeln. Der Fall um die tote Frau hat für mich ein eher unbefriedigtes Ende, denn ganz klar scheint es nicht zu sein.
In diesem Buch kommt Rina kaum zum Vorschein außer, wenn sie mal wieder kocht oder ihrem Mann nach einem anstrengenden Arbeitstag ein offenes Ohr schenkt. Dieses finde ich sehr schade, denn hier wir ein ganz klares Rollenklischee vermittelt, welches die Autorin in den anderen Büchern um das Ehepaar nicht gemacht hat. Frau sitzt zu Haus und kümmert sich um Haus und Garten und sorgt für das leibliche Wohl der Familie, nein das sollte in der heutigen Literatur eigentlich nicht mehr beschrieben werden! Aber es sehr spannend zu lesen, wie Decker sich mit seinem Leben auseinandersetzt. Die Angst vor dem Alter und den Tod ist deutlich zu spüren. Ich konnte mich damit richtig gut identifizieren, weil es im Moment auch oft in meinen Gedanken rumspringt. Ja, die Angst vor dem Älter werden, Tod und Krankheit ist schon ein zentrales Thema in diesem Buch. Auch setzt sich Decker mit seinem Glauben ganz stark auseinander, er sagt selbst über sich, dass er eine Mischung aus einem Rabbi (streng gläubig) und einem Goj (nicht gläubig) ist.
Der Grund warum ich mich dieses Serie von Anfang an gebannt hat, kommt in diesem Buch kaum zum Vorschein. Denn ich fand es immer interessant etwas über das jüdische Leben zu lesen. Die Mischung, jüdisches Leben und Krimi, die Faye Kellerman in ihren anderen Büchern immer beschrieben hat, fehlte hier völlig. Außer beim Essen fand man fast nichts über das jüdische Leben, doch einmal als Rina im Bett lag und über sprechende Räume redete. Dies brachte Decker auch in seinen Ermittlungen ein Stück weiter. Zwischenzeitlich fragte ich mich ob der Autorin die Ideen ausgehen, denn 16 Bücher über ein Paar ist schon eine große Leistung.
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