Leser-Rezension zu „Hundszeiten” von Felicitas Mayall

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R-E-R R-E-R
Verfasst von R-E-R
am 21.07.2010
 

Besser als ein Reiseführer

In Felicitas Mayalls Krimi “Hundszeiten” geht es heiß her. In München sind die Hundstage angebrochen. Tage im August mit unerträglichen Temperaturen, die man eigentlich nur in klimatisierten Räumen oder an schattigen Plätzen entlang der Isar ertragen kann. Womit wir an Ort und Stelle wären.

Laura Gottberg kann nicht schlafen. Mitten in der Nacht, die Temperaturen sind noch immer tropisch, entschließt sie sich zu einem Spaziergang an der Isar. Sie stolpert über den Penner Ralf. Die beiden sind sich auf Anhieb sympathisch und philosophieren sich durch die Nacht. Als am nächsten Morgen ein toter Obdachloser aus dem Fluss gezogen wird, ist Laura sicher, dass es sich um ihre nächtliche Bekanntschaft handelt. Ein Irrtum. Ralf lebt, ist aber dennoch in großer Gefahr. Denn eine Gruppe Rechtsradikaler treibt Nachts an der Isar ihr Unwesen. Eine mordlustige Jagd auf Obdachlose.

In “Hundszeiten” löst Laura Gottberg ihren fünften Fall. Wie schon seine vier Vorgänger ist auch dieser Fall weit mehr als ein einfacher Krimi. Die Mischung aus Spannung, lesenswerter Prosa und reiseführertauglichen Spaziergängen durch München macht den Charme dieser Serie aus. Auch ohne die vorherigen Bücher gelesen zu haben, kann man diesen Band ohne Schwierigkeiten lesen.

Felicitas Mayall lässt die Seiten ihres Buches dampfen. Man spürt die Hitze unter der die Menschen in der Stadt leiden förmlich am eigenen Leib. Die Hitze scheint Laura auszuhöhlen und in eine geistige Leere zu versetzen. Jetzt wo die Kinder vier Wochen im Feriencamp sind, könnte Sie eigentlich ihren italienischen Kollegen und Geliebten Angelo Guerrini einladen. Statt dessen lässt sie sich auf eine, wenn auch platonische, Beziehung zu einem Penner ein. Im Dezernat dagegen eckt sie mit ihrer teils heftigen Art bei den Kollegen und auch ihrem Vorgesetzen Becker an. So schwankt ihre Laune zwischen Kratzbürstigkeit und fragiler Sensibilität. Diese Dualität macht sie sich bei der Aufklärungsarbeit zunutze. Während sie den mutmaßlichen Mördern der Obdachlosen mit schikanöser Härte begegnet, klärt sie den Giftmord an dem alten Herrn Dobler mit großem Einfühlungsvermögen und Mitgefühl auf.

Diese Dualität macht den Krimi zu einer kurzweiligen und entspannenden Lektüre. Und für alle Leser außerhalb Bayerns die Empfehlung: Kauft euch keine Reiseführer wenn ihr München besuchen wollt. Lest einfach Laura Gottberg Krimis.

 

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Hundszeiten Hundszeiten
Felicitas Mayall

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Hundszeiten
von Felicitas Mayall

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