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Alle anzeigenParalauscher
Vor 1 Jahr
(5)Meine Meinung:
Gott, ich liebe diese Bücher! Vor Jahren schon habe ich die ersten 2 Bände gelesen und war sooo begeistert, dass ich lange mitgefiebert habe, wann der dritte erscheint.
Ich dachte, es wäre nach über zwei Jahren Wartezeit schwierig wieder in die Geschichte hereinzufinden, aber spätestens nach dem Satz :
"Armes Ding, dachte ich, wenn du wüsstest! Am vergangenen Valentinstag hat dein Traumprinz noch einen Jungen gebumst." (S. 12)
...war ich wieder voll drinne im "Adrian-Mayfield-Fieber".
Adrian ist so herrlich zynisch, frech und spitzzüngig ; im dritten Band mehr denn je, immer im Hinterkopf das Wissen, seine große Liebe verloren zu haben.
Die Homosexualität Adrians spielt zwar wieder eine Rolle, aber bestimmt nicht das gesamte Buch. Adrians Geschichte spiel zur Zeit Oscar Wildes, von dem ich seit jeher ein großer Fan bin. Ich habe mir Begeisterung "Das Bildnis des Dorian Gray" gelesen und auch seine anderen Werke habe ich verschlungen.
Im dritten Band geht der Prozess um den einst so großen Schriftsteller in die letze Runde*.
Den Mix aus historischen Fakten, Adrians seltsam-herrlichen Leben und dem damals so großen Tabu-Thema "Homosexualität" finde ich einfach grandios.
"Man konnte nicht einfach so als Tourist durch Adrian Mayfields Leben spazieren. Ehe man wusste, wie einem geschah, fand man sich seiner Brieftasche ledig, seiner Ehre beraubt und mit einem Messer im Rücken wieder"
Und das ist das tolle an dem Buch - man weiß nie was passiert, Adrian rutscht von einer Katastrophe in die nächste, mit einem Humor der schwärzer ist als je zuvor.
Auch ist Adrian in diesem letzten Band wesentlich reifer geworden, er handelt zwar oft immer noch kopflos, aber seine Gedanken sind nicht mehr so flüchtig wie früher, sonder reifer - vor allem, was die Liebe betrifft.
"Kinder konnten lieb haben oder hassen, es war entweder das eine oder das andere, ein Mittelding gab es nicht. Ich hatte Vincent gehasst und lieb gehabt. Vincent hatte mich geliebt und Angst vor mir gehabt. Machte das uns erwachsener?" S. 265
Adrian ist ein Junge - ein Teenager der ernst genommen werden will, der "erwachsen sein" spielen will und der lieben will, egal, was die Gesellschaft dazu sagt.
Und er will Rache, simple einfache Rache, die jeder nachvollziehen kann, der schon einmal von der Liebe enttäuscht worden ist.
"Ich fand mein Nachthemd, zog es mir über den Kopf und verlor die Orientierung zwischen Ärmerln und Halsöffnung. Schließlich kroch ich, die Ärmel wie bei einer Zwangsjacke um den Rumpf entwickelt, unter die Bettdecke. Mit bis an die Brust gezogenen Beinen machte ich mich so klein wie möglich.
Ich kam mir nichtig, lächerlich und vor allem zerbrechlich vor. Es bedurfte nur eines kleinen Schubsers, mich in tausend Scherben zerschellen zu lassen." S. 382
Ein Leben mit Adrian ist eine Achterbahnfahrt, immer wenn es ihm schlecht ging, ging es auch mir schlecht. Noch nie war ich so in einen Charakter verliebt, wie in den von Adrian Mayfield.
Egal, wie beschissen es Adrian ging und egal wie tief er in der Scheiße steckte, er hatte immer einen unglaublichen Humor:
"Lieber Pa,
ich bin mit einer Bande Menschenschmuggler in Paris, habe den Tod eines amerikanischen Journalisten auf dem Gewissen und bin heute Nacht als Freier unterwegs gewesen.
Mach dir keine Sorgen
Adie"
"Ich lag auf dem Boden des Abgrunds und es lag sich recht gut dort" S. 442
Auf der einen Seite bin ich nun froh, dass die Bücher vorbei sind, weil ich weiß, dass es Adrian gut geht, aber auf der anderen Seite bin ich auch noch nie so traurig über das Ende einer Serie gewesen, wie hier.
Adrian lernt in diesem Band endlich glücklich zu sein. Und wenn er es ist, bin ich es auch.
"Es war geglückt. Wir waren zusammen zerschellt." S. 213
Meine Bewertung : 5/5 Punkten
Mehr dazu:
paralauscher.blogspot.com
Ich würde mich über euren Senf unter der Rezension sehr freuen. Ein kleines Feedback ist immer schön.
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