Leser-Rezension zu „Der Gottkaiser des Wüstenplaneten” von Frank Herbert
am 24.07.2011
Dieses Buch ist höchstwahrscheinlich genau das Richtige für Politikvernarrte. Also eigentlich überhaupt nichts für mich. Ich mag es trotzdem. Es ist das vierte Buch in der Duneserie und bildet ein wichtiges Verbindungsstück zwischen der Anfangsgeschichte um Paul und seinen Kindern und der späteren Hauptstory.
Selbstverständlich wird meine Zusammenfassung Spoiler für diejenigen enthalten, die noch nicht "Der Wüstenplanet" und "Die Kinder des Wüstenplaneten" gelesen haben. Aber wie immer werde ich mich bemühen so wenig wie möglich zu verraten.
Etwa 3000 Jahre nach dem uns bekannten Duneuniversum. Leto II., der Gottkaiser, regiert die gesamte Menschheit und hält sie in einem erzwungenem Frieden. Dies bedeutet für sie keine Freiheit, kein Selbstbestimmungsrecht, der Gottkaiser herrscht über alles. Die Umwandlung Arrakis' ist derweil abgeschlossen, aus dem einstigen Wüstenplaneten ist ein grünes Paradies geworden. Einzig die Sareer, eine kleine Wüste, erinnert noch an das einstige Aussehen des Planeten.
Siona hat sich zur Aufgabe gemacht einen Weg zu finden wie man den Gottkaiser besiegen kann, nicht so leicht, denn er gilt als unsterblich und unverwundbar. Und doch dringt sie in seine Zitadelle ein und schafft es einige von Letos Tagebüchern zu stehlen. Der Gottkaiser macht sich darüber jedoch wenig Sorgen, er vermeidet es zwar zu sehen wie und wann er sterben wird, aber dass er sterben wird, weiß er und auch wozu es geschehen muß. Siona lässt er aus diesem Grund und noch einem anderen am Leben. Sie ist die Tochter seines Majordomus und eine Atreides. Ein Produkt seines eigenen Zuchtprogrammes um die Menschheit zu retten.
Der Gottkaiser des Wüstenplaneten ist für mich ein ganz besonderes Buch im Dunezyklus weil es wirklich einzigartig dasteht. Es spielt auf einem Arrakis, das wir so nicht wieder sehen werden. Die Wüste ist verschwunden, das Gewürz gibt es nicht mehr. Leto kontrolliert die Gilde, die Bene Gesserit, die Tleilaxu und die Ixianer durch Gewürzabgaben aus seinen geheimen Lagern. Seine Fischredner lieben ihn, viele andere hassen ihn und doch können sie nichts gegen den "Wurm" ausrichten. Und dann taucht Hwi Noree auf und Leto weiß, dass sie eine Waffe sein soll und doch ist er nicht in der Lage sich ihrem Wesen zu entziehen.
Leto führt sehr viele Gespräche mit seinem Duncan, Moneo, Hwi und vielen anderen. Immer lernt man andere Aspekte seiner Art zu herrschen und Beweggründe seines Handelns kennen. Es ist wirklich spannend das Buch zu lesen, denn der Charakter des Gottkaisers ist wirklich komplex und sehr verwirrend. Und doch auch nachvollziehbar. Wer jedoch nichts öder als lange Dialoge rund um das Thema Politik und Beweggründe für dieses und jenes Handeln findet, für den ist dieses Buch vielleicht nicht unbedingt etwas. Es gibt zwar einen Handlungsbogen, aber diesen könnte ich in einigen wenigen Sätzen zusammenfassen. Mittelpunkt sind Letos Dialoge.

