Leser-Rezension zu „Der Schwarm” von Frank Schätzing
am 29.01.2012
Ein sehr interessantes Buch, welches sich mit der Frage auseinandersetzt, wer stärker ist: die Menschheit oder die Natur? Eine Frage, der wir Menschen uns immer mehr widmen müssen, falls es nicht schon zu spät ist. Die Grundidee des Buches und die Auseinandersetzung mit dem Thema ist wichtig und lobenswert, aber die Geschichte, die erzählt wird, wurde zu oft durch Wikipedia-Einschübe unterbrochen. Diese haben in einer Geschichte nichts zu suchen, jedenfalls nicht in dieser beachtlichen Anzahl, sie verlangsamen die Geschichte und sie wirken belehrend. Oft hatte ich, während des Lesens, den Eindruck, gleich bohrt sich der erhobene Zeigefinger des Autors durch die 1000 Seiten, wie die Würmer durch das Methan, um zu prüfen, ob ich zu schätzen weiß, was er Schätzing alles weiß.
Außerdem frage ich mich immer noch, wie ein Autor eine seiner Figuren, nämlich Gerhard Bohrmann und mich als Leser, in den Tiefen des Meeres vor La Palma, von Haien umkreist, die seinen Kollegen gerade aufgefressen haben, in einer Felsspalte steckend und auf Hilfe hoffend, so hängen lassen kann. Bis zum Ende des Buches habe ich mich gefragt, ob Dr. Bohrmann es schaffen oder ob er ebenfalls ein Opfer der verrückt gewordenen Haie wird? Im Epilog, auf Seite 982, erfahre ich es. In fünf Sätzen erzählt die nikotinsüchtige Samantha Rowe, dass Dr. Bohrmann ein angenehmer Zeitgenosse ist, der immer noch taucht. Aha. Na dann hat er es wohl geschafft. Fazit: Der Story zuliebe hätten ein paar Wikipedia-Beitrage zum Opfer fallen sollen, aber dafür sind genug Menschen gestorben. Außer Dr. Bohrmann.

