Leser-Rezension zu „Amerika” von Franz Kafka

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sneijder sneijder
Verfasst von sneijder
am 6.01.2009
 

Auf Anraten mehrerer Freunde habe ich Franz Kafkas Amerika ausgewählt. Durch die durchwegs positiven Empfehlungen war ich mit einer großen Erwartungshaltung an das Lesen herangegangen.
Das Werk besticht durch gut gewählte Dialoge, in denen die handelnden Personen immer wieder ihre Abhängigkeiten von anderen Personen ausdrücken.
Interessant finde ich die Szene als Karl seinem Onkel aus Amerika das erste Mal gegenübersteht. Er tritt mit dem Heizer zur Forderung von Gerechtigkeit verschiedensten ranghöheren Menschen gegenüber und wird dabei von einem, dem Senator, als Neffe erkannt. Spannend ist dabei, dass er dann angehört wird, obgleich er dem Heizer auch nicht mehr wirklich helfen kann.
Dass der Onkel Karl dann gleich aufnimmt und versorgt ist ihm nicht vorzuwerfen. Als Karl dann aber wählt bei einem nicht der Familie angehörigen Mann zu verbleiben, verstößt der Onkel Karl, was vielleicht auf seine moralisch, gesellschaftlichen Verpflichtungen zurückzuführen ist, dem Neffe gegenüber aber nicht unbedingt gerecht ist.
Durch das Werk ziehen sich immer wieder Situationen in denen Karl seine Standpunkte äußern muss, um in seinem Leben weiterzukommen. Dies gelingt ihm aber in der bürokratischen neuen Welt in Amerika nicht wirklich. Er ist zu wenig egoistisch.
Gut gefallen hat mir die Art Kafkas aufzuzeigen, dass nicht jeder den großen amerikanischen Traum auch wirklich so umsetzten kann, wie man sich das zumeist wünscht. Karl stößt immer wieder auf Probleme, findet sich nicht so wirklich zu Recht in dem neuen Leben. Der junge Mann versucht mit seine Ehrlichkeit im neuen Land Freunde zu gewinnen, was ihm jedoch mehr schadet als hilft. Zudem beschreibt Kafka in diesem Werk ganz gut, wie aussichtslos die Lage eigentlich für Karl ist: Er versucht alles um sich sein Leben in Amerika aufzubauen, wird jedoch durch die Macht anderer und steinharte Bürokratie immer wieder daran gehindert. Zumeist ist es jedoch nicht Karls Fehler, der nichts dafür kann, aber auch nichts dagegen tun kann.
Das Buch ist keineswegs uninteressant, nur hat es mich durch die vorherige positive Beeinflussung doch etwas enttäuscht. Als Einstieg in Kafkas Werke war es vielleicht nicht die beste Wahl.

 

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Amerika Amerika
Franz Kafka

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Amerika
von Franz Kafka

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