Leser-Rezension zu „Brief an den Vater” von Franz Kafka
am 9.09.2008
Eines dieser Bücher, nach denen man kaum in den Tag zurückfindet, da man sich selbst nicht mehr recht zu kennen scheint - zu sehr wurden die Gefühle, wurde die Dramatik und Tragödie Kafkas zu der eigenen. Zu authentisch, viel zu authentisch ist dieser Text, dieser einzige große und doch immer, in jeder Zeile liebende Vorwurf an den Übervater; die Beklemmungen Kafkas werden zu den eigenen und der Tag scheint kompliziert und grau und undurchsichtig, wenn man sich dereinst von der Lektüre erhebt.
Hier ist kein Kunstwerk erschaffen worden, hier wurde ein Leben festgehalten.

