Leser-Rezension zu „Das Schloß” von Franz Kafka
am 3.03.2010
Kafkas Erzählungen und Romane lösten bei mir schon immer Faszination und Unwohlsein aus, beherrscht er doch wie kaum ein Zweiter den atmosphärischen Aufbau einer undurchsichtigen, ablehnenden und sich lähmenden Umgebung. Auch "Das Schloss" weist die typischen Erzählmerkmale auf, bei denen ein Mensch anscheinend zufällig in ein immer unüberschaubareres und sich verdichtendes Netz von Bürokratie und Organisationsformen gerät, aus denen es kaum einen Ausweg zu geben scheint.
Doch während im "Prozess" der Protagonist Josef K. vor diesen Machenschaften zu flüchten versucht, stellt sich im "Schloss" die Hauptfigur K. der Herausforderung und beabsichtigt unbeirrbar dem Geheimnis des scheinbar alles beherrschenden Schlosses mitsamt seinen Verwaltungsbeamten auf die Spur zu kommen.
Unbedingt lesen, ein wahrer Prototyp der kafkaesken Erzählform!

