Leser-Rezension zu „Der Proceß” von Franz Kafka
am 30.10.2011
"Jemand musste Joseph K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet."
.
Da "Der Prozeß" Sternchenthema für das Abitur ist, mussten wir dieses Buch lesen, auch wenn Kafka für mich eigentlich kein großer Zwang ist. Allerdings war das diesmal leider nicht so:
.
Von Anfang an bekam ich kaum Zugang zu diesem Werk. Der Protagonist Joseph K. hatte keinen Tiefgang und blieb mir während des Lesens zu jeder Zeit fremd. Dies steigerte sich teilweise sogar zur Unsympatie, wenn Joseph K. sich z.B. kaum um seinen Prozess kümmert und stattdessen lieber den Frauen hinterher rennt.
.
Auch mit der Story an sich konnte ich kaum etwas anfangen. So fehlt diesem Buch das gewisse Etwas. Teilweise wirkte es auf mich extrem lieblos dahingeschrieben und zusammengewürfelt, was sich letzten Endes auch als wahr erwies.
.
Außerdem passierte so gut wie nichts in diesem Buch, ständig wird nur geredet und geredet und geredet. Mein persönlicher "Höhepunkt": Der Advokat erzählt Joseph K. auf geschätzten zehn Seiten was ein Advokat alles leisten kann, bzw was er nicht tun kann. Solche Szenen führten dazu, dass ich mich durch dieses Buch quälen musste und ein paar Mal sogar fast eingeschlafen wäre.
.
Fazit: Leider kann "Der Prozess" mit Kafkas anderen Werken nicht einmal ansatzweise mithalten. Undetaillierte Charaktere und eine gähnend langweilige Story machten mir das Lesen zur Qual.

