Leser-Rezension zu „Der Prozess” von Franz Kafka

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Zeuhlibatman Zeuhlibatman
Verfasst von Zeuhlibatman
am 6.04.2011
 

Düster, schleppend und natürlich einfach "kafkaesk". Mit nicht eindeutig surrealistischen Stilmitteln entsteht eine subtil morbide Grundstimmung, welche so, behaupte ich, tatsächlich nur von Kafka stammen kann. Diese wiederum trägt dazu bei, dass der ohnehin komplexe Stoff unglaublich viele interpretatorische Ansätze zulässt. Einerseits erklärt sich dann, wie sich Literaturwissenschaftler Kafka oder auch nur den "Prozess" selbst zur abendfüllenden Lebensaufgabe gemacht haben, andererseits läuft der Leser ebenfalls Gefahr, nach Beendigung des Buches etwas desolat zurückzubleiben. Man könnte postwendend erneut mit dem Lesen beginnen und würde nur noch mehr Deutungsmöglichkeiten finden als zuvor. Das ist genial! Aber auch fordernd. Demnach empfiehlt es sich vielleicht, ein passendes Standardwerk aus den deutschen Literaturwissenschaften parat zu haben, um anschließend abzuwägen, wo man mit seinen eigenen Einschätzungen überhaupt stehen könnte.

Für Konsumenten von bevorzugt Weltliteratur, ist "Der Prozess" ohnehin unumgänglich. Alle anderen ... Hm, keine Ahnung.

PS: Um den Handlungsverlauf etwas nachvollziehbarer zu machen, ist ggf. zu empfehlen, sich Kafkas Roman nach Guillermo S. Trujillos Lesart zu widmen: Die Reihenfolge der einzelnen Kapitel variiert im Gegensatz zur herkömmlichen Form und auch die zugehörigen Fragmente werden chronologisch in die Handlung eingebunden. Nutzen und Nachteil dessen bleiben aber, wie "Der Prozess" selbst, ganz gewiss Ansichtssache.

 

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Der Prozess Der Prozess
Franz Kafka

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Der Prozess
von Franz Kafka

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