Leser-Rezension zu „Mein Jahr als Mörder” von Friedrich Christian Delius
am 21.09.2011
FC Delius hat einen schönen Krimi um einen Berliner Studenten im JAhr 1968 geschrieben, der aus dem RAdio von dem Freispruch des ehemaligen Nazirichters Rehse erfährt, und der diese Ungerechtigkeit als Aufforderung an ihn begreift, für Gerechtigkeit zu sorgen und den Richter zu töten. Zuvor möchte der Student ein Buch über den Unrechtsprozeß Rehses gegen den Vater seines Freundes Axel schreiben, einen Widerstandskämpfer, der nach der Urteilsverkündung hingerichtete wurde und heute (fast) vergessen ist. Das Buch schildert schön die Zeit um 1968 herum und die Studentenbewegung und richtet den Blick außerdem auf die Oberschweinerei, daß Naziverbrecher von der Justiz in der NAchkriegszeit mit Samthandschuhen angefaßt wurden.

