Günther Wallraff
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© Jürg Buess
Lebenslauf von Günther Wallraff
Am 1. Oktober 1942 wurde Günter Wallraff in Burscheid bei Köln geboren. Nach der mittleren Reife machte er eine Buchhändlerlehre und wurde Buchhändler. In den 50er Jahren schrieb er zunächst lyrische Gedichte. 1963 wurde Günter Wallraff zur Bundeswehr eingezogen, er hatte einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt, der aber abgelehnt wurde. Nachdem er sich weigerte eine Waffe in die Hand zu nehmen, wies man ihn in die psychiatrische Abteilung des Bundeswehrlazaretts Koblenz ein. In dieser Zeit schrieb er Tagebuch - auch in der Hoffnung, seine Erfahrungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine unfreiwillige Rolle als Wehrdienstverweigerer und Psychiatrie-Patient, wird als Schlüsselerlebnis für seine späteren Arbeiten gezählt.
Für seine Reportagen schlüpfte er jedes Mal in eine fremde Rolle. Für die 1969 erschienenen "13 unerwünschten Reportagen", zuerst in "Pardon" und "Konkret" abgedruckt, war er Alkoholiker in einem Irrenhaus; Obdachloser; ein Student, der ein Zimmer sucht; ein katholischer Fabrikant, der katholische Geistliche befragt, ob es mit dem christlichen Glauben zu vereinbaren sei, Napalm zu produzieren; usw. Wallraffs Bücher sind spektakuläre Enthüllungsgeschichten. So arbeitete er vier Monate unter dem Decknamen Hans Esser als Reporter in der Hannoveraner BILD-Redaktion und deckte in dem anschließenden Buch "Der Aufmacher. Der Mann, der bei BILD Hans Esser war" die unverantwortlichen Recherchiermethoden, Verfälschungen und politischen Manipulationen der Boulevardzeitung auf. In "Nicaragua von innen" berichtete er 1983 von einem Aufenthalt in diesem Land nach dem Sturz des Somoza-Regimes. Über seine journalistischen, literarischen und politischen Vorbilder legte er 1984 in "Mein Lesebuch" Rechenschaft ab. Als türkischer Gastarbeiter verkleidet, deckte Wallraff die Missstände und Lebensbedingungen auf, unter denen Gastarbeiter zu leiden hatten, was die Situation ins Bewusstsein der Bevölkerung rückte. Im Jahr 2009 erscheint sein Buch „Schwarz auf Weiß“ in dem er seine Erlebnisse als somalischer Bürger in der Bundesrepublik beschreibt. Das Buch erscheint am 14. Oktober bei Kiepenheuer & Wisch.
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