Rezension verfasst vor 5 Monaten
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Koblenz im Frühjahr 2011: Die Bundesgartenschau, kurz Buga, steht kurz vor der Eröffnung und die ganze Stadt fiebert dem Ereignis entgegen. Für Kriminalhauptkommissarin Franca Mazzari läuft aber alles in gewohnten Bahnen. Es gibt zwar ein paar mysteriöse Pestizidanschläge an ein paar für die Buga entworfenen Blumenbeeten, aber das fällt in ein anderes Ressort. So kann sich Franca endlich mal wieder Zeit für sich und ihre Tochter Georgina nehmen. Diese hat gerade übers Internet einen Jungen kennengelernt, mit dem sie sich auch noch trifft. Logisch, dass Franca das ganze so gar nicht gefällt. Aber viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihr nicht: zufälligerweise trifft sie eine alte Klassenkameradin wieder, die die alte Freundschaft wieder aufleben lassen will. Nur hat eine Freundschaft zwischen den beiden nie bestanden. Ludmilla war in der Schule eine Außenseiterin. Von Gewissensbissen darüber, wie Franca Ludmilla in der Schule behandelte, geplagt, lässt sie sich auf die neue alte Bekanntschaft ein und hat viel Spass dabei. Bis eine Leiche gefunden wird – ab da zählt nur noch die Arbeit. Aber nicht immer lassen sich Beruf und Privatleben trennen...
„Engelskraut“ ist der dritte Fall für die sympathische Protagonistin Franca Mazzari, in dem sie sich mit Mobbing, den Gefahren des Internets und todbringenden Heilpflanzen auseinander setzen muss, eingebettet in die Buga 2011.
Die Geschichte ist in verschiedene Erzählstränge geteilt. Zum einen erhält der Leser Einblick in die Gefühlswelt des Täters, zum anderen begleitet man Franca bei ihrer Arbeit und den privaten Sorgen. Die Zahl der handelnden Personen ist übersichtlich, so dass man schon schnell eine Vermutung bezüglich des Täters hat. Nichtsdestotrotz gelingt es Gabriele Keiser dennoch, den Leser hin und wieder von der Spur abzulenken. Aber es geht auch nicht so sehr darum, wer es getan hat, sondern vielmehr um die Hintergründe, die Menschen dazu bringen können, zu morden. Sehr geschickt werden die psychologischen Aspekte beleuchtet und in der Nebenfigur des Hans Kleinkauf auch aufgezeigt, dass man an dem eigenen vermeintlichen Schicksal nicht verzweifeln muss.
Neben den sehr lebensecht gezeichneten Charakteren, die Ecken und Kanten haben, zeichnet sich das Buch auch durch Detailtreue aus. Die Orte werden so bildlich beschrieben, dass man sie förmlich vor sich sieht. Auch mit der Wirkung von Heilpflanzen hat sich die Autorin genau auseinander gesetzt und so wird man als Leser nicht nur gut unterhalten, sondern lernt dabei auch noch was dazu. Nebenbei kommt aber auch der Humor nicht kurz.
Auch wenn die Buga mittlerweile vorbei ist, ist der ruhige, leise Krimi fürs Schmökern zwischendurch wärmstens zu empfehlen. Die vielschichtigen, aktuellen Themen machen das ganze zu einem zeitlosen Lesespass.
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