Leser-Rezension zu „Woyzeck” von Georg Büchner

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BigDi BigDi
Verfasst von BigDi
am 17.04.2010
 

An manchen Stellen scheint es, als würde Büchner Tarantinos Nonsense-Dialoge unzählige Jahre zuvor vorwegnehmen: "Moral, das ist, wenn man moralisch ist!" Genau solche sarkastischen, bösen Zeilen sind es, die trotz der unvollständigen Geschichte und der bruchstückartigen Erzählweise im Gedächtnis bleiben und ein etwas verquert scheinendes, aber sehr genaues und bitteres Porträt der damaligen Gesellschaft erschaffen. In kurzen Szenen seziert Büchner beschränkte Machthabende und gefühlskalte Forscher und lässt seine verlorene Hauptfigur in einem Strudel der Ignoranz und Unterdrückung gegen den Storm schwimmen, der diesen schon längst bis in die Gehirnzellen erfasst hat. Und durch seine bissigen Dialoge und Monologe erschafft Büchner hier etwas, was man heute als "Satire" bezeichnet: Eine tragische Geschichte, die nie aus einem bitteren und zugleich hämischen Grinsen herauskommt.

"Zum Beschluß. meine geliebten [Leser], laßt uns noch über's Kreuz. pissen, damit ein Jud stirbt."

 

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Woyzeck Woyzeck
Georg Büchner

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Woyzeck
von Georg Büchner

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