Nach mehreren Jahren Sommer steht der Winter nun bevor. Im Anschluss an einen spannenden Prolog beginnt die Geschichte auf der Burg in Winterfell. Lord Eddard Stark wird zur rechten Hand des Königs ernannt und an den Hof berufen. Um seinen Kindern das korrekte Benehmen bei Hofe beibringen zu können, nimmt er einen Teil seiner Familie mit, während seine Frau aus bestimmten Gründen mit dem anderen Teil in Winterfell bleibt. Am Hof des Königs gerät er jedoch zwischen die Fronten der Machtspiele und Intrigen der verschiedenen Lords, sodass sich seine Familie letztendlich in alle Winde verstreut und sich jeder auf seine Weise durchbeißen muss.
Als würden diese Geschehnisse nicht schon für genug Aufregung sorgen, gibt es auch noch die Prinzessin Daenerys, die mit ihrem Bruder Viserys ins Exil verbannt wurde. Viserys zwingt sie den Khal Drogo – eine Art König oder Kaiser – zu heiraten, in dem Glauben, von diesem dann eine Armee zu bekommen, mit der er seine Heimat zurückerobern kann.
Insgesamt teilt sich die Geschichte in viele unterschiedliche Handlungsstränge auf und es gibt eine ganze Menge Figuren. Ich brauchte schon einige Zeit, um sie alle auseinander halten zu können, aber ich fand sie einfach großartig. Aufgrund dessen ist mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer gefallen, aber der Verlauf hat mich dann mitgerissen. Politik, Intrigen, Macht, Familie, Freundschaft und einen Hauch Fantasy – all dies findet sich in dieser wundervollen Geschichte.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet und jeder ist einfach einzigartig. Sie sind nicht platt, nicht überspitzt oder perfekt. Es sind Menschen wie im wirklichen Leben, die an der falschen Stelle auch mal versagen und ihre Gefühle zeigen. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar und „den Bösewicht“ sucht man hier glücklicherweise vergebens. Falls man dennoch glaubt, einen gefunden zu haben, dann sind ihre Handlungen aber durchaus verständlich und auch sie sind mir irgendwie ans Herz gewachsen.
Im Prinzip also genau das, wonach ich schon lange gesucht habe und endlich mal wieder ein Buch, das mich an sich fesselt und auch ein wenig einsam zurücklässt. Ich möchte zurück nach Winterfell, Königsmund, auf die Mauer und nach Hohenehr. Glücklicherweise ist diese Geschichte noch lang nicht zu Ende erzählt und ich habe noch viele Bände vor mir, auf die ich mich schon sehr freue. Insgesamt sollen es 12 Bände werden, 8 gibt es bereits. Die deutschen Ausgaben werden jeweils noch einmal geteilt.
Einige Leser, die bereits die alte Übersetzung gelesen haben, kritisieren die Übersetzung der Namen der Charaktere ins Deutsche und befürchten, dass dadurch ein Teil der Atmosphäre verloren gehen könnte. Anhand von Beispielen von Namen, die in diesem Zusammenhang genannt werden, muss ich als Leser nur der neuen Übersetzung allerdings sagen, dass mich die englischen Namen nur zusätzlich verwirrt hätten, da in dieser Geschichte eh schon so viele Personen vorkommen. Ich finde auch nicht, dass dadurch Atmosphäre verloren geht – habe aber natürlich auch keinen Vergleich – denn eben diese hat mir insgesamt sehr gut gefallen.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und jedes wird aus der Sicht eines anderen Charakters erzählt. Je nachdem, aus wessen Sicht, ist der Erzählstil teilweise recht derb, was mir jedoch gut gefallen hat und auch zu den jeweiligen Personen passt. Erstaunt hat mich, dass viele Charaktere mit tragenden Rollen noch so unglaublich jung waren. Die Königin der Dothraki ist 13, Robb Stark, der jetzt Winterfell führt, ist 15, ebenso wie Jon Schnee, der sich der Nachtwache angeschlossen hat.
Am Anfang und Ende des Buches befindet sich eine Karte, die mir sehr dabei geholfen hat, den Überblick über die vielen Orte und Handlungsstränge zu behalten. (Ich liebe Bücher, in denen es eine Karte gibt <3)
Ich habe mich darüber gefreut, dass der Autor sich scheinbar sehr viele Gedanken um die einzelnen Häuser gemacht hat. Sie sind gut ausgearbeitet und im Anhang mit einigen Zusatzinformationen aufgelistet. Besonders ansprechend finde ich die Leitsprüche der Häuser, die auch immer mal wieder in die Handlung eingestreut werden. Diese und viele andere Details geben der Geschichte einen ganz besonderen Charme und machen sie so glaubwürdig.
Mein Fazit? Na, unbedingt lesen!