Ausstattung: Auch weiterhin werden die englischen Bände im deutschen in zwei Bücher aufgeteilt. Zu Beginn findet der Leser mehrere Karten. Nicht nur Westeros, also die sieben Königslande, werden abgebildet, auch der Bereich hinter der Mauer und der Meerenge werden eigene Karten gewidmet.
Im hinteren Bereich findet sich ein langer Teil (über 20 Seiten), in dem alle Charaktere und ihre jeweiligen Zugehörigkeiten aufgelistet sind. Dies ist sehr hilfreich, denn die handelnden Personen nehmen auch in diesem Band weiter zu.
Weiterhin werden die Kapitel nach den einzelnen Charakteren, aus deren Sicht das Geschehen beschrieben wird, aufgeteilt.
Inhalt: Ohne Unterbrechung schließt Band 5 an die vorigen an. Martin weist sogar darauf hin, dass die Geschehnisse zu Beginn eher zeitgleich zum Kampf um King’s Landing am Ende von Band 4 stattfinden.
Winterfell ist niedergebrannt, die Kinder über den gesamten Kontinent verteilt und ihre Mutter vermutet, dass Bran und Rickon tot sind. Sie leben jedoch und es stellt sich immer mehr heraus, dass Bran ein Warg ist und eine ganz besondere Beziehung zu seinem Wolf hat. Zusammen mit Hodor und zwei weiteren Begleitern macht er sich auf den Weg nach Norden, um die dreiäugige Krähe zu finden, die ihn seit seinem Unfall immer wieder in Träumen heimsucht.
Gleichzeitig erholt sich Tyrion langsam von einer schweren Kopfwunde und muss feststellen, dass sowohl seine Schwester als auch sein Vater viele seiner Pläne während seiner Krankheit durchkreuzt haben. Inzwischen wurde sogar für ihn eine Heirat geplant, die ihn zum Gemahl eines jungen Mädchens macht, das vor Kurzem noch jemand anderem versprochen war.
Catlyn hofft ihre beiden Mädchen befreien zu können, indem sie den Königsmörder mit eben diesem Eid freilässt. Doch das Land liegt im Krieg und es gelingt Jaime mit seiner Begleitung nicht unbehelligt nach King’s Landing vorzudringen.
Meine Meinung:
Es war nun fast drei Monate her, dass ich Band vier beendet hatte und es fiel mir relativ schwer, mich wieder in das Geschehen einzufinden. Erst nachdem ich alle Handlungsstränge einmal besucht hatte, konnte ich die Geschichte wieder zu einem großen Ganzen zusammensetzen.
Der Leser hat es weiterhin mit vielen Protagonisten zu tun, die auch nicht in Stein gemeißelt sind. Sie können wechseln, sterben oder es kommen neue hinzu, die bisher nur eine geringe Rolle eingenommen hatten. Ganz automatisch entwickelt der Leser zu manchen Charakteren eine engere Beziehung, zu manchen weniger enge. Ich hatte sehr schnell meine Lieblinge, aber auch diese können sich wandeln. Etwas mühsam sind dann natürlich die Kapitel, die aus der Sicht von denjenigen erzählt werden, die einem nicht so lieb sind. Bei mir ist das zum Beispiel der Zwiebelritter Davos oder auch Daenerys. Bei letzterer ist die Handlung zwar überaus spannend, doch ich werde mit der jungen Dame einfach nicht warm.
Wie Martin auch zu Beginn des Bandes sagt, ist die Abfolge der Ereignisse etwas schwierig. Der Leser weiß oft nicht, welche Geschehnisse zeitgleich oder nacheinander ablaufen, ob es Zeitsprünge gab und ähnliches. Von Kapitel zu Kapitel überwindet man teilweise tausende von Kilometern. Manchmal aber auch nur wenige hundert Meter und bekannte Charaktere verpassen sich nur um wenige Stunden.
Dem Autor gelingt es immer wieder Wendungen in die Geschichte zu bringen, mit denen ich niemals gerechnet hätte, die aber dann doch immer logisch und nachvollziehbar sind. Besonders die Hochzeit Tyrions nimmt hier eine besondere Stellung ein. Auf diese Weise wird die Handlung nie vorhersehbar und der Spannungsbogen kann immer wieder erneuert werden.
Die Fantasy-Elemente werden weiterhin nur sparsam eingesetzt. Wir befinden uns in einer Welt, die unserem europäischen Mittelalter ähnelt und die Handlung rankt sich oft um politische und zwischenmenschlichte Geschehnisse. Abgesehen von den Drachen, die Daenerys großzieht und Brand, der sich immer mehr zu einem Warg entwickelt, gibt es nur noch die Anhänger des Herren des Lichts, die eine gewisse Magie ausüben können. Dies steht entgegen der aktuellen Entwicklung, in der viele Bücher oft mit Fantasyelementen überladen sind und wirkt auf mich daher erfrischend anders.
Fazit: George R. R. Martin gelingt es auch mit Band 4 die Geschichte erfolgreich weiterzuführen. Bedauernswert ist, dass durch die Teilung dieses Buch natürlich kein angemessenes Ende hat, sondern einfach abgebrochen wird.
Trotzdem erhält die Geschichte verdiente 5 von 5 Punkte.