Rezension verfasst vor 2 Jahren
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Der Mörder heißt Dr. Hans Kuperus..
Ich weiß, ich weiß - man verrät nicht den Mörder am Anfang, weil dann die Spannung raus ist. Aber hier ist es anders, hier verrät der Autor selber dies auf den ersten Seiten.
"Der Mörder", erschienen 1937, ist ein außergewöhnlicher Krimi. Es gibt einen Doppelmord, der Mörder ist von Anfang an bekannt, es gibt keine Ermittlungsarbeit der Polizei, keine Detektive ... und dennoch ist es ein spannender Kriminalroman bis zur letzten Seite.
Kuperus erfährt durch einen anonymen Brief, dass seine Frau ihn betrügt. Betrügt mit seinem Rivalen im Billiard-Club. Lange unternimmt er nichts. Doch dann kauft er sich eine Waffe, lauert den Beiden auf und erschießt sie. - Eigentlich wollte er auch sich töten nach der Tat. Aber er unterläßt es, beseitigt stattdessen die Spuren und geht nach Hause.
Im Mittelpunkt des Romans stehen nicht die Ermittlungen der Polizei und auch nicht die Opferseite, sondern der Mörder und sein Leben nach der Tat. - Im Zentrum der Betrachtung steht die Veränderung eines Menschen, der gemordet hat und dadurch sich von der Gesellschaft zunehmend isoliert, weil er ständig nur sich fragt: "Was denkt der andere? Was weiß der andere?" - Und eine weitere Frage beschäftigt Kuperus immer wieder: Wer hatte den anonymen Brief an ihn geschrieben? Den Brief, der alles in Gang setzte.
Nach bekanntwerden der Geschehnisse macht sich jeder in Sneek, dem Ort wo Kuperus wohnt, seinen Reim. Doch der Mörder wird nicht verhaftet, niemand kann ihm diese Morde nachweisen. Selbst der Untersuchungsrichter, der ihm aus dem Billiard-Club kennt, nicht.
Kuperus kommt nicht ins Gefängnis, sondern wird ein Gefangener in der Freiheit.
Ein hervorragender Roman, der sowohl Krimifreunden als auch Psycho-Thriller-Liebhabern zu empfehlen ist.
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