Leser-Rezension zu „Der Plan” von Gerhard Roth
am 23.12.2009
Dr. Feldt, die Hauptfigur des Romans, ist ein Büchernarr und folgerichtig Mitarbeiter in der Wiener Nationalbibliothek. Als er durch Zufall den Diebstahl eines wertvollen Buches durch einen anderen Mitarbeiter entdeckt und anzeigt, rächt sich dieser in dem er Dr. Feldt einen kleinen Zettel mit den letzten geschriebenen Worten bzw. Noten Mozarts schenkt und sich dann umbringt. Dies erfährt man erst im Rückblick, da sich Dr. Feldt bereits im Flugzeug nach Japan befindet. Denn dort beabsichtigt er das Autograph zu verkaufen. Dies wurde bereits vom Schenker vorbereitet. In Japan soll er an mehreren Orten Vorträge über die Nationalbibliothek halten. Das Buch ist weniger ein Krimi, als eine Reisebeschreibung durch Japan. Denn Dr. Feldt ist ein genauer Beobachter. In diesem Buch erfährt man einiges über Japan. Dieses besteht nicht nur aus Tokio und anderen Großstädten. Besonders die Landschaftsbeschreibungen sind gelungen, aber auch die Ordnungsliebe der Japaner und ihre Diszipin und Höflichkeit wird gut beschrieben. Auch das Leben mit dem alltäglichen Vulkanismus und den Erdbeben wird sehr anschaulich beschrieben.
Teilweise hat das Buch m.E. auch Längen, wenn er sich in seiner Einsamkeit an die Vielzahl von Bücher (alles Klassiker der Literaturgeschichte) erinnert. Außerdem scheint alles voller Symbolik zu sein, ohne dass man die angeblichen Bilderrätsel lösen könnten. Auf seiner Reise erlebt Dr. Feldt auch einige erotische Abenteuer. Das Ende der Reise ist dann doch etwas seltsam, aber irgendwie auch schlüssig.

