Leser-Rezension zu „Königskinder” von Gernot Gricksch

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FiniWini FiniWini
Verfasst von FiniWini
am 2.09.2011
 

Und ob es sie gibt, die eine große wahre Liebe! Den einen Seelenverwandten, der für uns vorbestimmt ist. Nur dauert es eben manchmal etwas länger, bis man diesen einen Menschen auf findet! Das müssen Simone und Mark am eigenen Leib erfahren. Beide begeben sich auf die Suche nach dem ganz großen Glück, nach der einzig wahren Liebe und geraten dabei an so manche schräge Gestalten.
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Simone ist unkonventionell und feiheitslieben. Kein Wunder bei der Mutter! Diese ist nämlich Hippie und hat ihren eigenen Esoterikladen, in dem sie von einem riesigen Sortiment an Tee bis hin zu Hippiegewänder alles erdenkliche anbietet. Ihren Vater kennt Simone - erstmal! - nicht! Der ist zu Beginn ihres Lebens quasi gar nicht existent. Simone nimmt mal mehr, mal weniger die Gewohnheiten und den Lebensstil ihrer Mutter an und schlittert so von einem, teilweise recht gefährlichen, Abenteuer ins nächste. Mit mal mehr, mal weniger gut bezahlten Stellen als Sushiverküferin, MediaMarkt-Angestellte usw. hält sich Simone über Wasser. Sie schlittert immer wieder in Beziehungen hinein, die sie allerdings nicht erfüllen.
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Mark dagegen wächst in einem eher konservativen Umfeld auf. Seine Eltern sind eher konventionell. Ihren hochbegabten Sohn schicken sie auf eine entsprechende Schule. Umso seltsamer finden sie es, dass ihr Sohn sich mit Hassan anfreundet, der so gar nicht in ihr Schema passt. Dennoch entwickelt sich zwischen den beiden eine intensive Freundschaft, die sogar ein riesiges Problem zu meistern weiß! Auf der Suche nach DER EINEN muss Mark so einige Enttäuschungen wegstecken. Beruflich läuft für ihn allerdings alles super. Er ist in der Firma, in der er arbeitet in kürzester Zeit aufgestiegen und genießt dort großes Ansehen.. Dennoch bricht aus seinem von Normen und Regeln bestimmten Leben aus, als er sieht, dass Geld nicht alles ist, dass es andere Dinge, viel wichtiger Dinge im Leben eines Menschen gibt.
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Die Wege der beiden kreuzen sich immer wieder. Ob in Hamburger Teeläden, auf dem Roten Platz in Moskau oder bei der Oderflut in Brandenburg. Und immer wieder verpassen sich die beiden haarscharf!
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Die Aufmachung des Bucher gefällt mir sehr gut. Die Geschichte wird in einem einzigen langen Brief an ein anfangs unbekanntes "Du" erzählt. Erst am Ende erfährt der Leser, aber auch der Schreiber dieses Briefes, wer mit "Du" eigentlich die ganze Zeit gemeint war. Außerdem wird die Geschichte aus zweierlei Sicht erzählt. Aus Marks und aus Simones Sicht. Am Anfang fand ich das etwas verwirrend, bis ich festgestellt habe, das für die unterschiedlichen Sichtweisen auch unterschiedliche Schriftarten gewählt wurden. Wenn man das einmal begriffen hat, hat man keine Probleme damit, zu erkennen, aus welcher Sicht die Geschichte gerade erzählt wird.
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Der Roman ähnelt fast einer kleinen fiktiven Autobiographie über Mark und Simone. Den Anfang dieser Biographie stellt natürlich die Geburt beider 1970 da. Dann wird das Leben beider mal mehr mal weniger detailliert beschrieben. Der Leser erfährt, wie Mark/Simone auf Ereignisse wie z.B. den 11. September reagieren. Der Roman endet 2010 mit dem Ende des Briefes an "Dich".
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Zu den Charakteren muss ich auch noch schnell einige Worte verlieren, da mir diese richtig, richtig gut gefallen haben. Die beiden Protagonisten, Simone und Mark, habe ich sofort ins Herz geschlossen. Beide sind auf ihre ganz eigene Art so liebenswert! Simone gefällt mir aufgrund ihrer, vom Hippieleben ihrer Mutter angehauchten, freiheitsliebenden und lockeren Art sehr gut, wohingegen Mark so wunderbar poetische Gedanken hat. Er ist sehr nachdenklich und seine Gedanken sind meist sehr klug, sodass man von seinen Worten wirklich sehr berührt wird.
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Der Schreibstil gefällt mir außerordentlich gut. Da muss ich zunächst die Tatssache nennen, dass Gernot Gricksch die Sicht von Simone so erzählt, als sei er selbst eine Frau. Der Autor kann sich wahnsinnig gut in diese Frau hineinverstetzen und beschreibt ihre Persönlichkeit so schillernd, emotional und detaillreich, das man fast meinen könnte, er sei selbst eine Frau, so gut kann er sich mit weiblichen Problem auseinander setzen! Aber auch sonst ist der Schreibstil sehr flüssig. Man konnte die Geschichte ohne Probleme "runterlesen". Der Autor hat eine wahnsinnig witzige Art Menschen zu beschrieben. Die Charaktere erwachen bei ihm, wie bei fast keinem Autor sonst, vor meinem inneren Auge zum Leben.
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Was mir allerdings so gar nicht gefallen hat, war der Schluss der viel zu dick aufgetragen war um auch noch auf irgendeiner Weise auhentisch zu wirken. Außerdem finde ich, dass der Autor einen einfach nicht von der Seelenverwandtschaft zwischen Mark und Simone überzeugen kann, der er uns zu wenig von ihrem gemeinsamen Leben, zu wenig von ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden berichtet!
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Mich hat der Roman trotzdem gefesselt und fasziniert. Es würde sich einfach falsch anfühlen, diesem Buch weniger als 4 Sterne zu geben, da mir das Lesen so viel Spaß bereitet hat und ich aus dem Buch so viel positives für mein Leben mitnehmen konnte.
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Daher kann ich dieses Buch einfach nur jedem empfehlen, der auch mal ohne großartige Spannung auskommt, dafür aber liebevoll und äußerst detailliert gezeichnete Charaktere liebt. Eine glasklare Leseempfehlung von meiner Seite!

 

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Königskinder Königskinder
Gernot Gricksch

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Königskinder
von Gernot Gricksch

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