Seit dem Autounfall, bei dem seine Eltern grausam verbrannten, lebt der junge Nando bei seiner Tante in Rom. Er arbeitet als Tellerwäscher und gibt den Obdachlosen heimlich Suppe.
Immer häufiger merkt er, dass mit ihm etwas nicht stimmt. z.B. wenn in seinen Fingern ein Feuer kribbelt. Als er von Schattenwesen verfolgt wird, die ihn töten wollen, begegnet er Antonio. Auch dieser scheint Nando zu kennen, denn Nando erfährt von Antonio Unglaubliches über sich. Er ist ein Nephilim und obendrein noch der Sohn des Teufels. Dieser wünscht sich eine Familienzusammenführung, die nichts mit Harmonie zu tun hat. Vielmehr ist der Fürst der Hölle an Nandos (Teufels-) Macht interessiert, mit der er die Tore der Hölle öffnen und sich zum Herrscher über die Welt erheben will.
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Kritik
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Nephilim ist der Beginn der Chroniken der Schattenwelt - einer neuen Buchreihe von Gesa Schwartz. Und für mich persönlich auch das erste Buch dieser Autorin.
Sowohl das Cover als auch der Klappentext weckten mein Interesse, ebenso wie der gute Schreibstil, den man der Autorin nachsagt.
Tatsächlich vermag Gesa Schwartz sehr detailliert und bildgewaltig zu erzählen, so gut, dass es für mich schon nahezu anstrengend wurde.
Die Geschichte beginnt und bleibt sehr düster. Die ersten 4 Kapitel handeln jeweils von verschiedenen Personen, die nacheinander eingeführt werden. Nando Baldini - der Hauptcharakter - ist ein Nephilim. Doch damit nicht genug. Er ist auch der Sohn des Teufels. Nur wußte er bislang beides noch nicht. Erst als er gejagt wird von dem Engel Avartos und dem Dämon Bhrorok, die ihn beide töten wollen, erhält er Hilfe von Antonio, Nandos späterem Mentor. Dieser versucht Nando seine Herkunft zu erklären und will ihn mit nach Bantoryn nehmen, der verborgenen Stadt und Heimat der Nephilim. Denn die Nephilim leben in ständiger Gefahr. Ihre größten Feinde sind die Engel, die die Nephilim gnadenlos und grausam vernichten.
In Bantoryn soll Nando lernen, seine Kräfte zu nutzen und zu kontrollieren. Doch dort stößt er auf Ablehnung. Die Nephilim begegnen ihm mit Misstrauen und Hass. Denn noch zu gut erinnern sie sich an den letzten Teufelssohn, der ein schreckliches Inferno angerichtet hatte, das zahllose Opfer forderte.
Dennoch wird Nando vom Senat in Bantoryn aufgenommen und lernt an der Akademie, Zauber zu wirken und seine Macht zu kontrollieren, denn es ist klar, dass Nando sich irgendwann Bhrorok stellen und ihn vernichten muss. Erschwerend kommt für ihn noch hinzu, dass er ständig und vor allem in Notsituationen die Stimme Luzifers, seinem Vater, im Kopf hat, der mit verlockenden Worten säuselt, um ihn auf seine Seite zu ziehen und somit an seine Macht zu gelangen.
Auf die Ausbildung im Einzelnen wird leider nicht eingegangen.
Trotz der Detailverliebtheit der Autorin und der ansich guten Geschichte, konnte mich das Buch einfach nicht packen. Ich schaffte es nie länger am Stück zu lesen. Tatsächlich habe ich für dieses Buch mehr als 4 Wochen gebraucht, was für mich als Ketten- und Schnellleser ausgesprochen lang ist. Vielleicht habe ich auch an manchen Stellen den Faden ein wenig verloren, weil es mir schwer fiel, mich auf das Buch zu konzentrieren.
Es gab für mich keinen Charakter, den ich richtig ins Herz schließen konnte.
Auch das Volk der Nephilim mochte ich zum größten Teil nicht richtig. Egal wie verbittert sie über ihr Leben im Schatten und Verborgenen, immer auf der Flucht vor den Engeln, sind. Nur drei von ihnen gefielen mir - Antonio, Morpheus und Drengur. Und die sind noch nicht mal Nephilim.
Des Weiteren neigte die Autorin zu häufigen Wiederholungen von Redewendungen: "Es schien ihm...", "er meinte zu sehen (zu hören, zu wissen)". Man neigte häufig den Kopf ein wenig vor dem anderen und legte einem anderen die Hand auf den Arm. Die Masken und Augen bekamen Risse und ständig zweifelte Nando an sich. Auch "er holte tief Atem" ist eine für mich ungewohnte Ausdrucksweise.
In jeder Lage, in der Nando eine Entscheidung treffen musste, erinnerte er sich an geliebte Menschen (seine Eltern, die bei einem Autounfall starben, im Wrack verbrannten) oder an Vorbilder wie Silas, einen Krieger aus der Garde oder an Bilder, die das verheerende Inferno des voherigen Teufelssohns zeigten. Ansich sind das keine schlechten Szenen, aber im gesamten Buch einfach viel zu häufig und immer wieder viel zu detailliert.
Obwohl ich Nando nicht unbedingt besonders sympathisch fand, so gefiel mir doch seine Entwicklung. Schon immer war er ein mitfühlender Mensch, der Obdachlosen zu essen gibt und selbst seinen Feind, den Engel Avartos, der ihn jagte und töten wollte, nicht nur verschont, sondern ihm sogar das Leben rettet. Seine anfänglichen permanenten Selbstzweifel besiegt er zum Ende hin weitestgehend. Er widersteht den Verlockungen des Teufels, behauptet sich, bleibt stark bei seinem inneren Kampf, erarbeitet sich unter den Nephilim Achtung und bewegt die hoffnungslosen, nach der Entdeckung und Zerstörung Bantoryns geschlagenen Nephilim zu einer Rettungsaktion.
Das jedoch reichte nicht aus, um das Buch zu lieben. Ob ich die Fortsetzungen lesen werde, weiß ich heute noch nicht. Ich hoffe, dass ich mich für "Grim" ein wenig mehr begeistern kann, denn beide Teile warten bereits im Regal darauf gelesen zu werden.
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Fazit: Eine durchaus lesenswerte Geschichte, die leider wegen einer zu intensiven Beschreibung und Erzählung viel Ausdauer, Durchhalte- und vor allem Konzentrationsvermögen erfordert.