Leser-Rezension zu „Romanzo Criminale” von Giancarlo De Cataldo
am 26.06.2010
Ich weiß wirklich nicht, wie ich den Inhalt dieses Buches zusammenfassen soll. Oftmals hatte ich gar den Eindruck, dass es sich um eine Sammlung, unzusammenhängender, kurzer Geschichten handelt, die aber doch alle zusammengenommen ein großes Bild ergeben. Thema dieses Buches ist die Korruption im Rom der 70er und 80er Jahre - sowohl Staat und Mafia sind einigermaßen korrupt und man bekommt einiges über eine große Auswahl an kriminellen Aktionen zu lesen - ob es nun illegale Prostitution, der Handel mit Drogen, Morde oder andere Betrügereien sind.
Politik spielt generell eine große Rolle, was es nicht leider macht, im Buch mitzukommen, zumal in jedem Kapitel eine große Bandbreite neuer Namen oder einfach nur Namen, die man aufgrund ihrer Vielfalt nicht auseinanderhalten kann, auftaucht.
Deswegen war ich auch einigermaßen froh, dass den wichtigsten Personen eine Klappe des Buchumschlags gewidmet wird, sodass man schnell nachschauen kann, wenn man bezüglich der Personen unsicher ist.
Während der Prolog total spannend ist und hoffen lässt, dass der Rest des Buches auch so gelungen wird, ermüden die zahlreichen Beschreibungen diverser Verbrechen auf den folgenden Seiten leider etwas - aber je mehr man liest, desto intensiver wird der Eindruck, den man von dieser korrupten, gewalttätigen Zeit bekommt. Am Ende wird es dann noch einmal total spannend und man ist richtiggehend froh, bis dahin durchgehalten zu haben.
So gesehen habe ich also nur wenig an diesem Buch auszusetzen: Die langatmigen Passagen in der Mitte mögen der Dicke des Buches geschuldet sein, die Charakterbeschreibungen sind stets überzeugend und auch sonst macht der Autor eigentlich nur wenig falsch. Man muss sich eifnach auf diesen etwas schwerer zu lesenden Thriller einzustellen wissen - und wird dann mit einer spannungsgeladenen und überzeugenden Geschichte belohnt werden.

