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Alle anzeigenJari
Vor 2 Jahren
(9)Inhalt:
Der Fall von Fabio Paolicelli sollte Avvocato Guido Guerrieri besser ablehnen, erkennt er ihn Paolicelli doch einen alten Jugendfeind. Dazu kommt, dass die Lage des Mandanten alles andere als gut steht.
Fabio Paolicelli wird vorgeworfen, vierzig Kilogramm Drogen nach Italien geschmuggelt zu haben, doch behauptet Paolicelli unschuldig zu sein und nichts von den Drogen gewusst zu haben.
Natürlich nimmt Guerrieri den Fall an und bringt einen Stein ins Rollen, der bis hin zur Mafia reicht.
Doch kann Guerrieri jenem Mann vergeben, der ihm vor über zwanzig Jahren das Leben schwer gemacht hat? Kann er Paolicelli Glauben schenken oder gar Sympathie? Und dann ist da noch Natsu, Paolicellis wunderschöne Ehefrau...
Meine Meinung:
Und wieder hat Gianrico Carofiglio es geschafft, mich zu fesseln! "Das Gesetz der Ehre" ist der dritte Kriminalroman um und mit Strafverteidiger Guido Guerrieri und ganz im Sinne der vorhergehenden Teile erzählt Carofiglio von einem weiteren verzweifelten Fall Guerrieris.
Meiner Ansicht nach gehört Guerrieri zu den menschlichsten Charakteren der Literaturszenen, da die Bücher aus seiner Sicht geschrieben sind, bekommen wir alle seine inneren Zwists, seine Schuldgefühle gegenüber Fabio und Natsu und auch seine Schlussfolgerungen bezüglich des Falles mit. Avvocato Guerrieri ist kein Held und genau das macht ihn in meinen Augen so lebendig und greifbar, da er doch immer nach seinen eigenen Standpunkten handelt und Gutes dabei bewirkt.
Gianrico Carofiglio schreibt über das, was er selber viele Jahre seines Lebens getan hatte, was das Buch und die Geschichte umso glaubwürdiger werden lassen. Carofiglio weiss, worüber er schreibt.
Sein Stil ist unaufgeregt und dennoch vermag er es, die Geschichte so spannend werden zu lassen, dass ich mich gegen Ende des Buches beinahe nicht mehr konzentrieren konnte, weil ich so dringend wissen wollte, wie es ausgeht.
Als Leser muss man fähig sein, auf die dunklen Seiten des Lebens blicken zu können, da Guerrieri selber zur Melancholie neigt. Der Autor verwebt den Kriminalpart des Buches mit der Erzählung um Guido Guerrieris Leben, wobei beides auf angenehme Art und Weise zusammenkommt.
Wie in Carofiglios Büchern üblich, geht es auch in "Das Gesetz der Ehre" nicht um die Auflösung eines Verbrechens, sondern vielleicht eher um Wahr oder Falsch. Oder vielleicht nicht einmal das. Es geht darum, dass ein Anwalt seine Arbeit ausübt und mehr in die Geschichte hineingezogen wird, als er eigentlich möchte.
Man erlebt Guerrieris inneren und äusseren Kämpfe und verbringt während des Lesens viel Zeit in Gerichtshöfen. Falls man sich mit Gerichten nicht derartig auskennen sollte, muss man sich nicht fürchten, Gesetzestexte werden nur kurz erwähnt und das ganze Prozedere eines Gerichtsverfahrens werden vom Autoren auf nachvollziehbare Art und Weise geschildert.
Fazit:
Carofiglios Bücher, die man empfohlenerweise nacheinander liest, eignen sich für alle, die mal einen etwas anderen Krimi lesen wollen, ohne grosse Action, aber dennoch spannend und einen nicht mehr loslassend.
Wer ein Faible für menschliche Abgründe und die Frage nach Richtig oder Falsch hat, sollte sich unbedingt mal mit Guerrieri beschäftigen, denn es sind genau diese Dinge, die in Carofiglios Büchern thematisiert werden.
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