Leser-Rezension zu „Baby-led Weaning” von Gill Rapley
am 20.07.2011
Das Buch ist wirklich interessant und leicht verständlich geschrieben. Was mich stört ist die Verdammung des "bösen Breis" und des Fütterns. Ehrlich gesagt, mein Baby liebt es, gefüttert zu werden, er hat nichts gegen Brei und kann trotzdem auch mit festem Essen gut umgehen. Ich mag einfach nicht, diese pauschale Ablehnung von Brei als unnötig und unnatürlich - und man dabei ganz vergisst, dass es für manche Babys genau das Richtige ist und dass vor allem in der Natur Brei auch vorkommt (viele Tiere kauen das Essen für ihren Nachwuchs vor, das ist nichts Seltenes). Warum also sollen wir Menschen das nicht auch tun?
Grundsätzlich also ein gutes Buch über die Einführung von fester Nahrung, aber eben leider zu ideologisch aufgeladen. Warum kann kaum jemand ein Buch schreiben, ohne auf andere Wege zu schimpfen? Wer davon absehen kann und für sich und sein Kind einen geeigneten (Mittel-)Weg findet, ist mit diesem Buch gut beraten.
Auch wer sich unsicher fühlt, was das Verschlucken oder Würgen von Babys angeht, wie man feste Nahrung anbietet und was das Kind essen kann (viele unterschätzen ihr Baby und die Fähigkeit ohne bzw mit wenigen Zähnen zu kauen ), der findet hier Rat und Hilfe.

