DIE GESCHICHTE...
Für gewöhnlich dauern die Entführungen des Kidnapper-Trios genau 24 Stunden, bis die Eltern ihre entführten Kinder wieder in Arme schließen könnten. Doch im Fall der 5-jährigen Abby Jennings läuft es nicht so rund wie gewohnt, denn die Kindesentführer wissen nicht, dass Abby unter Jugend-Diabetes leidet und ohne ihre Medikamente innerhalb von ein paar Stunden stirbt. Und auch sonst läuft nichts wie gewohnt, denn die Eltern von Abby, die getrennt voneinander gefangen gehalten werden, beginnen sich gegen die Kidnapper mit allen Mitteln zu wehren...
MEINE MEINUNG:
"24 Stunden" ist mein mittlerweile 5. Buch, das ich von Greg Iles gelesen habe und auch das schwächste Werk, das ich von dem Autor gelesen habe. Als Schauplatz dient gewohnterweise der amerikanische Bundesstaat Mississippi und die Handlungsdauer umspannt die titelgebenden 24 Stunden.
Abby Jennings wird von (dem etwas zurückgebliebenen) Huey aus ihrem Zuhause entführt, während ihre Mutter Karen zuerst nichts ahnt und von Joey Hickey, dem gewalttätigen Kopf der Bande, in Schach gehalten wird. Die hübsche rothaarige Ex-Krankenschwester bangt um das Leben ihrer kleinen Tochter, da Abby unter Diabetes leidet und ohne ihre Medikamente nicht überleben wird. Währenddessen nimmt Abby Vater, ein unter Arthritis leidender Anästhesist, an einem Ärztekongress teil und wird dort von Cheryl (der dritten Komplizin, eine ehemalige Prostituierte) überwältigt. Eigentlich wurden die Protagonisten ansprechend ausgearbeitet, aber die Charaktere gehen nicht wirklich in die Tiefe und bleiben farblos. :(
Die Idee zu "24 Stunden" ist ja nicht neu und wurde auch nicht besonders gut umgesetzt. Anfangs habe ich immer gewartet, bis die Story richtig in Fahrt kommt, doch die Spannung lässt leider auf sich warten. Auch als die McDills (deren Sohn 1 Jahr zuvor entführt wurde, zum FBI gehen), wird es trotz einiger unterhaltsamer Szenen nicht wirklich interessant und vorhersehbar.
Erzählt werden die Ereignisse aus der Sicht vieler mitwirkender Personen, wie z.B. von Abby, Karen, Will, den Entführern und den McDills, die uns (in der 3. Person) die hektischen Geschehnisse schildern. Und ebenso viele Handlungsstränge gibt es dann auch, die am actionreichen Ende miteinander verweben. Durch Detailverliebtheit wird die Handlung dieses Thrillers derartig in die Länge gezogen, dass die Geschichte zu einer langatmigen Angelegenheit ausartet. Allerdings wird eindrucksvoll geschildert, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie unter Druck gesetzt werden...
Leider konnten mich weder die Charaktere, noch die Story oder der dramatische sowie detaillierte Schreibstil überzeugen. Außerdem ist das Ende dermaßen überzogen und liest sich wie das Drehbuch eines amerikanischen Actions-Films.
FAZIT:
"24 Stunden" ist leider kein Vorzeige-Thriller, denn von diesem Autor bin ich eigentlich anderes gewohnt und mein einziger Lichtblick in der ganzen Geschichte ist die kleine Abby, die ich ins Herz geschlossen habe. Für diese flach geratene Story kann ich nur 1 1/2 STERNE vergeben und bin am Grübeln, ob ich nach diesem Flop noch ein weiteres Iles-Werk lesen soll...